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Dr. Albert Plehn.
Habman’s ganz plausibel, daß der Pyogenes durch die freie Luft und die anhaltende Sonnenbestrahlung der Wundflächen in seiner Virulenz abgeschwächt wird und deshalb nicht in die Tiefe dringt.
Eine neueste Notiz, daß Fadenpiize die Ursache des Leidens sein sollen, ist nach seiner Form und seinem Verlauf zweifellos unzutreffend.
Die Behandlung besteht im Abfragen der Blasen, Reinigen der Wunden und Verbinden mit milden Antisepticis, wie Salicyl- oder Borlösuug. Hat die Sekretion nachgelassen, so sind Salbenverbände am Platz.
Literatur.
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Derselbe, Path. Soz. of London. 1902, 15. Apr.
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Furunkulosis.
Die Neigung zur Haut für unkulose ist bei vielen Europäern in den Tropen besonders groß, ohne daß etwa immer Mangel an Reinlichkeit dafür verantwortlich zu machen wäre. Oft handelt es sich um gleichzeitiges Auftreten von Furunkeln an den verschiedensten Körperstellen. Zuweilen treten sie reihenweise am Rande der Achselhöhle, der Pubes, der Haargrenze im Nacken auf. Nicht selten erscheinen sie in der Rima ani, auf den Nates und am Damm.
F. Plehn beobachtete Konfluieren von Furunkelgruppen zu karbunkelartigen Tumoren, fand darin aber stets nur den Staphylococcus pyogenes aureus und nie den Anthraxbacillus.
Die tropischen Furunkel zeigen häufig eine von der in den nördlichen Klimaten etwas abweichende Form. Die Rötung und entzündliche Infiltration der Umgebung tritt mehr zurück, so daß schärfer begrenzte, blaurot gefärbte, derbe Knoten von Haselnuß- bis Wallnußgröße entstehen. Sie sind nur mäßig schmerzhaft und erweichen relativ spät. Diese Knoten werden von den Kolonisten als „Mango- Beulen“ bezeichnet; doch handelt es sich um echte Furunkel, und sie haben mit dem Genuß der Mangofrucht ganz gewiß nichts zu tun, wie mau in Indien glaubt.
Die Behandlung ist die auch in Europa übliche; sitzt der Furunkel an einer Stelle, wo er besonders belästigt, so möge man ihn inzidieren; sonst genügen feuchte Umschläge mit Bleiwasser oder essigsaurer Tonerde. Heiße Kataplasmen reizen die Haut in den Tropen zu stark. F. Plehn empfiehlt Karbolinjektionen nach Hüter, wenn der Kranke die Inzision ablehnt.
Die Prophylaxe bestellt im Reinhalten des Körpers durch regelmäßige tägliche Bäder mit reinem Süßwasser, und im Entfernen des Schweißes durch ein Extrabad unmittelbar nach besonderen sportlichen Anstrengungen; ferner im häufigen Wechsel der stets absolut sauber zu haltenden Leibwäsche.
Hat sich ein Furunkel gebildet, so ist er durch einen geeigneten Verband