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Dr. Albert Plehn.
Mitleidenschaft gezogen, wie es namentlich infolge mechanischer Insulte, Verunreinigung usw. nicht selten vorkommt, so bleiben flache Narben zurück.
Die Behandlung besteht im Schutz der betroffenen Teile gegen äußere Schädigungen und gleichzeitigen Abschluß gegen die Umgebung, damit die Übertragung auf gesunde Hautpartien verhindert wird.
Man bedeckt zu diesem Zweck den Bereich der Pusteln mit Zinkpflastermull, oder verbindet mit Borvaseline und dergleichen.
Alle reizenden (desinfizierenden) Waschungen sind zu vermeiden.
Literatur.
Außer den bekannten Lehrbüchern von Besser, Kaposi usw. siehe:
Mason, Charles F., Pemphigus contagiosus, New York a. Philadelph. Med. Journ. 1903, 1. Aug.
Haan, J. de, Die Mikroorganismen bei Pemphigus contagiosus. (Aus dem „Genees- kundig Laboratorium“ zu Weltefreden, Java, Niederl Ost-Indien.) Archiv f. Seliiffs- und Tropenhygiene. 1903. Ed. 7 Nr. 7.
Straub, Over de aetiologie der zoogenaamde skrophuleuse oogantsteking. Neder- landsch Tijdsehrift voor Geneeskunde. 1892. Deel. I.
Scheube, Krankheiten der warmen Länder. 3. Auflage. Jena 1903, G. Fischer.
Mendes da Costa en van Praag, Leerboek der Dermatologie.
Almquist, Pemphigus neonatorum. Zeitschrift für Hygiene und Infektionskrankheiten. Ed. X.
Eodenstab, Eeitrag zur Ätiologie des Pemphigus. 1890.
Faber, Über den akuten kontagiösen Pemphigus. Monatshefte für prakt. Dermatologie. 1891.
Eaumgartens Jahresbericht 1898. Pemphigus neonatorum.
Strelitz, Eeitrag zur Femphigus-Ätiologie. Archiv für Kinderheilkunde. 1892. Ed. XV.
Ders., Bakteriologische Untersuchungen über den Pemphigus neonatorum. Ebenda 1889. Bd. XI.
Demme, Verhandlungen des Kongreß für innere Medizin. Wiesbaden 1886.
Yel(l-sores.
Als Veld-sores oder Natal-sores wird eine eigenartige Hautaffektion von den englischen Ärzten in Südafrika bezeichnet, welche erst in den letzten Jahren während des Burenkrieges näher bekannt geworden ist. Die im „Veld“ — der südafrikanischen Hochebene — marschierenden und fechtenden Truppen litten zeitweise stark darunter. Den sehr widerspruchsvollen Angaben der verschiedenen Beobachter kann man folgendes entnehmen:
Meist auf dem Handrücken und auf der Rückseite der FiDger — seltener auf den Streckseiten der Vorderarme, Füße und Beine, nur ganz ausnahmsweise im Gesicht und auf dem Rumpf, entwickeln sich, gewöhnlich am Rande einer kleinen Hautabschürfung oder sonstigen Verletzung (z. B. durch Insektenstich!) eine oder mehrere flache, rötliche Papeln von Stecknadelkopfgröße. Schon am zweiten oder dritten Tage wird die Epidermis in der Mitte der Papeln durch seröse Transsudation abgehoben, so daß sich ein flaches Bläschen bildet, welches rasch wächst; gleichzeitig trübt sich sein Inhalt und wird eitrig. Die Pustel nimmt an Grüße zu und kann sich über den ganzen Handrücken, ja über die Handwurzel hinweg bis auf den Vorderarm ausdehnen. Gewöhnlich wird die deckende Epidermis jedoch vorher zerstört und das bloßliegende Corium in ein flaches Geschwür mit unregelmäßigen Rändern verwandelt; dieses wächst oberflächlich, indem es zugleich bald seröse, bald mehr eitrige Flüssigkeit absondert.
In anderen Fällen (Ogston) bilden sich keine zusammenhängenden größeren Blasen, sondern es findet nur eine „seröse Durchtränkung der Epidermis“ statt, durch