Die tropischen Hautkrankheiten.
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Pemphigus eontagiosus tropicus.
Auf entzündlich gerötetem Grunde bilden sich Blasen, welche bis zu 1 cm Durchmesser erreichen. Ihr Inhalt trübt sich sehr schnell und es entstehen Pusteln. Diese konfluieren und verwandeln sich nach Abstoßen der Epidermisschicht in flache Geschwüre. Mit Vorliebe werden die Achselränder und die Inguinalbeugen befallen; doch kann das Leiden durch Autoinokulation über den ganzen Körper verbreitet werden.
Die Krankheit scheint in den Tropen weit verbreitet zu sein, und ist namentlich in Süd China, auf den Philippinen (bei der amerikanischen Okkupationsarmee), auf den Sundainseln, in den Straits-settlements (i>e Haan) beschrieben worden. Auch in 'Westafrika habe ich sie sporadisch beobachtet.
Als spezifischer Erreger ist nach de Haan eine abgeschwächte Form des Staphy lo- coccus aureus zu betrachten. Dieser findet sich regelmäßig im Pustelinhalt, und seine Reinkulturen rufen bei empfänglichen Individuen Pemphigus hervor, wenn sie mittels seichter Schnittchen an den Prädilektionsstellen in die Epidermis eingeführt werden.
Die Krankheit ist also ansteckend, wie schon der Name besagt. Auch Alm- quist, Bodenstab, Faber, Axei. Horst, Strelitz, Demme fanden Staphylokokken im Pustelinhalt bei Kindern, scheinen jedoch keine Übertragungsversuche gemacht zu haben. Andere Untersucher stellten den FEHLEiSEx’schen Kokkus fest. (Engmax-Kurth.)
Dennoch möchte ich de Haan beistimmen, welcher den tropischen Pemphigus vom Pemphigus neonatorum schon mit Rücksicht auf die abweichende Lokalisation scheidet. Eher wäre es möglich, daß er eine milde, umschrieben lokalisierte Form des Pemphigus vulgaris darstellte. —• In den von mir beobachteten Fällen war der Pustelinhalt von vornherein eitrig; weitere Ausbreitung kam nicht vor und das Allgemeinbefinden wurde nicht in Mitleidenschait gezogen.
Mir schien die Affektion der Impetigo contagiosa näher zu stehen; doch habe ich niemals gesehen oder gehört, daß die behaarte Kopfhaut befallen worden wäre.
Wahrscheinlich hat der sogenannte Pemphigus contagiosus tropicus überhaupt keine spezifische, einheitliche Ätiologie, sondern beruht auf einer Infektion der durch die andauernde Schweißdurchfeuchtung in den Tropen mazerierten, an den be- zeichneten Prädilektionsstellen besonders zarten Haut mit wechselnden Mikrophyten.
Wenn die Pusteln zusammenfließen und eintrocknen, so bedeckt sich die Papillarschicht mit flachen Borken und es entsteht ein impetigo-ähnlicher Zustand. Sofern sich die Affektion, wie in der Regel, auf die Hornschichten der Epidermis beschränkt, heilt sie ohne Narben. Wird aber der bindegewebige Papillarkörper in