Part 
Bd. 1 (1905)
Place and Date of Creation
Page
6
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

6

JL)r. Albert Plehn.

war, und unvollkommener Sonnenschutz birgt in den Tropen immer die Gefahr einer Tiefenwirkung der Sonnenstrahlen, und damit einer Schädigung edlerer Organe, ganz besonders der Augen und des Nervensystems (Nyktalopie, Insolation,Sonnenstich).

Man darf es deshalb niemals zum Erythema solare kommen lassen, sondern sollte stets für ausreichende Bedeckung des Körpers sorgen, den Kopf durch einen zweckmäßigen Tropenhelm, die Augen durch große dunkle Gläser und das ganze Gesicht bei Bootsfahrten gegen die reflektierten Strahlen vom Wasserspiegel her durch Mattenschirme am Bootsrand oder dgl. schützen.

Literatur.

Finsen, La pliototherapie. Paris 1899.

Hammer, Uber den Einfluß des Lichtes auf die Haut. Stuttgart 1891,

Jeanselme. Cours de dermatologie exotique. Paris 1904.

Magnüs Möller, Der Einfluß des Lichtes auf die Haut in gesundem und krankhaftem Zustande. Stuttgart 1900.

Unna, Uber das Pigment der menschlichen Haut. Monatsh. f. prakt. Dermat. 1885, p. 285. Widmark, Uber den Einfluß des Lichtes auf die Haut. Hygicia, Festband 1889, III.

Derrote Hund; seu.

Lichen tropicus; Miliaria erythematosa; Miliaria papulosa; Mi­liariasudorale; Ekzema tropicum; Ekzema tropical; Miliaire rouge; Roseole sudorale; Dyshidrose sudorale; Bourbouilles; Bouton de chaleur; Gale bcdouine (Algier); Prickly lieat; Koode Hond; Chien rouge; Hamonil (Ägypten); Ghamachi (Bengalen). Dermatitis hidrotica.

Unter dem fortdauernden Einfluß eines feuchtheißen Klimas wird die Horn­schicht der Epidermis allmählich vom Sekret der Schweißdrüsen durchtränkt, welches infolge der durch die Wärme bedingten Erweiterung und stärkeren Füllung der feinen Hautgefäße reichlicher abgesondert wird, während der hohe Wasser­gehalt der Luft sein Verdunsten hindert.Das Gewebe der Hornschicht lockert sich infolgedessen, und die einzelnen Zellen quellen. Dadurch wird stellenweise der Ausgang der Schweiß- und Balgdrüsen verlegt; es kommt zur Sekretretention und Bildung von Miliariabläschen. Die erweichten, oder durch das Sekret von ihrer Unterlage gruppenweise abgehobenen Hornzellen stoßen sich dann ab und die feinen Nervenendigungen darunter werden des Schutzes gegen äußere Reize beraubt und dem Druck und der Reibung durch die Kleider ausgesetzt. Die betroffenen Stellen röten sich diffus; sie beginnen lebhaft zu jucken oder stechende Schmerzen zu verursachen, wie wenn Tausende von feinsten Nadeln sich in die Haut einsenkten. Das lästige Jucken verleitet dazu, die entzündeten Hautpartien mit den deckenden Kleidern zu reiben. Dies schafft momentane Linderung; aber durch den immer wiederholten Reiz des Reibens kommt es weiter zur Zellproliferation und es entstehen rundliche, oberflächliche Infiltrate von 23 mm Durchmesser. Die etwa noch erhaltenen Hornschichtlagen darüber verdichten und vermehren sich unter dem Einfluß des Reizes, so daß die kleinen Höcker blaßrötlich und glänzend erscheinen, wie echte Liehenknöteilen.')

Die so veränderten entzündeten Partien sind für die Berührung sehr empfind­lich; die quälendste Plage aber stellt das heftige Jucken dar. In den heißen

) Mit Rücksicht auf die entscheidende Bedeutung, welche dem Schweiß für das Zustandekommen des charakteristischen Krankheitsbildes zukommt, und um die große Zahl der aufgeführten Bezeichnungen zu ersetzen, welche z. T. völlig unzutreffende Vorstel­lungen vom Wesen des Leidens erwecken müssen, schlage ich vor, dasselbe in Zukunft als Dermatitis hidrotica zu bezeichnen.