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Die Behandlung der einheimischen Bevölkerung in den kolonialen Besitzungen Deutschlands und Englands : eine Erwiderung auf das englische Blaubuch vom August 1918: Report on the natives of South-West-Africa and their treatment by Germany / Reichskolonialamt
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g) Indisches Verteidigungsgesetz (seil; Ausbruch des Krieges), das den englischen Beamten unbeschränkte Gewalt gibt. Allein auf Grund dieses Gesetzes sind Tausende von Indern gefangengesetzt worden.

Aus: Selbstregierung für Indien, Anhang.

Unmoralischer Export von Kulis.

In derTimes of India wendet sich ein Mr. C. J. Andrew an die Öffent­lichkeit. um durch sie auf die verantwortlichen Kreise einen Druck auszuüben, das gegenwärtige Kulirekrutierungssystem abzuschaffen, das in jeder Weise als ein höchst unmoralisches bezeichnet werden muß. Der Schreiber sah sich zu diesem Schritt veranlaßt, weil in der Fijikolonie öffentlich bekanntgemacht wurde, daß von London her die Versicherung gegeben wurde, daß das gegen­wärtige System noch weitere 5 Jahre in Kraft bleiben soll.

Über dieses System heißt es in einem Schreiben der indischen Regierung vom 15. Oktober 1915:Es wird in diesem Lande auf das bestimmteste ange­nommen, und wie es scheint, nicht ohne schwerwiegende Gründe, daß die Frauenemigranten nur zu oft ein unmoralisches Leben führen. Sie stellen teils aus pekuniären Gründen, teils infolge des Zwanges durch Vorgesetzte zur freien Verfügung der anderen Kulis oder sogar auch der untergeordneten Beamten. Diese Feststellung der Regierung ist nie widerlegt worden, ebensowenig wie die detaillierten Tatsachen, die der Schreiber selbst beobachtet und auch veröffent­licht hat. Diese waren so schwerwiegender Natur, daß sie den klarsten Beweis lieferten, daß dieses System, wo auf drei Männer nur eine Frau kommt, weiter nichts ist als eine Art legaliserter Prostitution. Dieses abzuschaffen sollte keinen Augenblick gesäumt werden.

Times of India, 20. Januar 1917.

Die Versklavung Indiens, erwiesen an der Verhinderung des geistigen und kulturellen Fortschritts.

Die Unwissenheit des indischen Volkes ist eine Schande für das stolze Land, welches anderthalb Jahrhunderte hindurch das Schicksal jenes Volkes in Händen gehabt hat. Der Herausgeber derIndischen Welt, einer in Calcutta erscheinenden Zeitschrift, sagt in seiner Ausgabe vom letzten Februar: Wenn Indien für freiheitliche Einrichtungen noch nicht reif geworden ist, so ist es sicherlich nicht seine Schuld. Wenn Indien nach 150 lahren englischer Herrschaft noch da steht, wo es im Mittelalter stand, welch traurigen Kom­mentar bedeutet dies zu den zivilisatorischen Einflüssen dieser Herrschaft.

Als die Engländer zuerst nach Indien kamen, stand dieses Land an der Spitze der asiatischen Kultur und war die unbestrittene Quelle des Lichtes für die ganze asiatische Welt. Von Japan wußte damals kein Mensch etwas.

Jetzt hat Japan innerhalb von 50 Jahren mit den Mitteln, die der moderne Fortschritt ihm an die Hand gab, ein neues glänzendes Blatt seiner Geschichte begonnen, während Indien nach 150 Jahren-englischer Herrschaft noch dazu verdammt ist, unter fremdör Vormundschaft zu stehen. ^ -