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und dieses Ereignis wurde gefeiert wie ein Triumph. Der glückliche Jäger Robinson erhielt von der Regierung zur Belohnung einen Besitz von 400 ha und eine große Geldsumme. Außerdem wurde ihm aus einer öffentlichen Sammlung ein Geschenk von etwa 200 000 Francs gemacht. Zunächst wurden die Gefangenen von einer kleinen Insel zur anderen geschleppt, und dann warf man die sämtlichen Tasmanier, etwa 200 an der Zahl, in einem sumpfigen Tale der Insel Flinders ins Gefängnis. Man gab ihnen Lebensmittel und einigen Katechismusunterricht. Sie wurden sogar als ein Muster und Beweis für die Fortschritte der christlichen Zivilisation angeführt. Indessen waren nach lOjährigem Aufenthalt an diesem Verbannungsort über dreiviertel dieser Deportierten bereits tot. Da bekam man Erbarmen mit ihnen. Die überlebenden 12 Männer, 22 Frauen und 10 Kinder, fast sämtlich Mestizen, wurden in die Nähe von Hobart zurückgeschafft, allerdings nur auf eine schmale Halbinsel, Oyster-Cove, und dort unter Aufsicht von einigen Wächtern gestellt, die sich auf Kosten ihrer Gefangenen bereicherten. 1860 gab es nur noch 16 Tasmanier, und 1869 starb der letzte Mann, 1876 die letzte Frau, die Königin Jruganina, von den Engländern Lalla Rookh genannt. Es existierten aber immer noch einige Mestizen. Eine »Tasmanierin« erhielt 1864 eine ihr vom Parlament in Hobart zugebilligte Baukonzession.“
Es fehlt auch nicht an englischen Zeugnissen für die Ausrottung der Tasmanier. Der englische Schriftsteller J. Hight beschreibt sie (genauer als Reclus) in seinem Werke „The English as a Golonising Nation“, wie folgt:
„Es war unter der Verwaltung des 1823 ernannten Gouverneurs Arthur, daß die Eingeborenen von der Insel verjagt wurden. Die Soldaten und Ansiedler bildeten eine Treiberkette, die sich über fast die ganze Insel erstreckte. Nach zweimonatigem Marsch begegneten sich die beiden Fliigelenden und fanden keinen einzigen Eingeborenen mehr vor sich. Es war diesen nicht schwer geworden, sich im Gebüsch zu verstecken.
„Darauf wandte Arthur ein anderes Mittel an. Er entsandte einen Mann mit Namen Robinson in den Busch, der dafür bekannt war, daß die Schwarzen großes Vertrauen zu ihm hatten. Dieser Mann arbeitete mit Hilfe mehrerer Häuptlinge so trefflich, daß nach 4 Jahren sämtliche Eingeborenen ihm nach Hobart folgten. Von dort wurden sie nach Flinders Insel gebracht, wo sie schnell hinstarben. Darauf wurden die Überlebenden nach Hobart zurückgebracht, wo einzelne von ihnen noch 40 Jahre lebten. 1876 war die Rasse ausgestorben.“
5. Briiisch'Indieii.
Schon die Behandlung der Eingeborenen in Australien und Afrika und die an den wehrlosen Familien der Buren begangenen Greuel machen es jeder ehrliebenden Kolonialmacht zur Pflicht, in der Frage der Behandlung der Kolonialvölker das Richteramt Englands abzulehnen. In der Ausübung seiner Herrschaft über Indien aber hat England geradezu ein Muster dafür geschaffen, wie Schutzbefohlene Völker nicht behandelt werden sollen, ein Beispiel, das die sittliche Unzulänglichkeit der weißen Rasse zur Beherrschung und Leitung