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Die Behandlung der einheimischen Bevölkerung in den kolonialen Besitzungen Deutschlands und Englands : eine Erwiderung auf das englische Blaubuch vom August 1918: Report on the natives of South-West-Africa and their treatment by Germany / Reichskolonialamt
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III. Behandlung der Einheimischen in den englischen Kolonien.

In dem vorhergehenden Teil bot sich an vielen Stellen Gelegenheit, eng­lische Urteile über die englischen Verwaltungsmethoden in den Kolonien heran­zuziehen, um zu zeigen, daß das englische Blaubuch besser getan hätte, die eigenen Fehler aiifzudeeken, als Deutschlands Kolonialsystem herabzusetzen, das englische Stimmen vor dem Kriege vielfach geradezu als Muster hingestellt hatten.

Zur Ergänzung wird in den nachstehenden Ausführungen noch eine Reihe von ehrlichen englischen Preßstimmen über den eigenen Kolonialbesitz wieder­gegeben. Es handelt sich aber auch hier nur um eine kleine Auswahl, die be­liebig erweitert werden könnte.

1. Ägypten.

Wenn man die Verhältnisse in Ägypten vor und nach der Besetzung durch England vergleicht, so ist ein äußerer Fortschritt auf allen Gebieten der Verwaltung zweifellos unverkennbar. Die Finanzen sind heute leidlich geord­net, während zu Ismails Zeiten der Staat bankrott war; das Gerichtswesen be­wegt sich in wenigstens äußerlich rechtssicheren Formen, während früher der Meistbietende an Bakschich regelmäßig auch der im Rechtsstreit Obsiegendo war. Die Ertragsfähigkeit des Bodens und die Ausdehnung der bebauten Fläche ist gewachsen, so daß die Produktion des Landes sich erheblich gestei­gert hat. Im Schulwesen hat sich eine allerdings sehr langsame Abnahme des Analphabetismus gezeigt. Gleichwohl aber erheben sich zwei Fragen: Stehen diese Fortschritte im Verhältnis zu Zeit und Aufwand der Okkupation, und sind sie dem Lande oder dem unrechtmäßigen Besitzer des Landes zugute ge­kommen ?

Beginnen wir mit der Erörterung des wichtigsten ägyptischen Problems; der Reform des Erziehungswesens, so linden wir, daß der tatsächliche Fort­schritt, der in den 35 Jahren britischer Kontrolle über Ägypten erreicht wurde, gleich null ist. Bis heute sind 91 v. H. der Gesamtbevölkerung nicht des Lesens und Schreibens kundig! AVenn sich früher 95 v. H. Ägypter beiderlei Ge­schlechts in dieser beklagenswerten Lage befanden, so stellt derFortschritt im Verhältnis zu der Arbeit von 35 Jahren englischerErziehung ein geradezu klägliches Ergebnis dar. Alle Erklärungsversuche müssen diesen trostlosen Ziffern gegenüber als trübselige Ausflüchte erscheinen. England hätte für die Erziehung der Ägypter sorgen können, wenn es gewollt hätte; allein es wollte nicht, weil es in seinem Interesse lag, über ein unwissendes, geistig ungerüstetes Volk zu herrschen. Großbritannien blieb seinen indischen Methoden treu. In den großen Städten, in Cairo und Alexandrien, wurden äußerlich prunkhaft«* Governmentschools eingerichtet, in denen ein ödes, nur auf den Gebrauch des Governmentclerks zugeschnittenes Wisseii in englischer Sprache verzapft wurde von Lehrern, die in ihrer überwiegenden Mehrzahl der Landessprache