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Die Behandlung der einheimischen Bevölkerung in den kolonialen Besitzungen Deutschlands und Englands : eine Erwiderung auf das englische Blaubuch vom August 1918: Report on the natives of South-West-Africa and their treatment by Germany / Reichskolonialamt
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Fähigkeit, zu sehen, was dann unter der Oberfläche vor sich geht, und niemand kann das geheime Anwachsen der unterdrückten Unzufriedenheit beobachten. Eine Generation ist dahingegangen, seit der indische National­kongreß zum ersten Male die Aufmerksamkeit der Regierung auf die Gefahr lenkte, die dieses unbillige System mit sich bringt. Ein Vizekönig glaubte seine Pflicht erfüllt zu haben, als er den Vorschlag des Kongresses einenvoll­kommenen Rat nannte. Zwei aufeinanderfolgende Staatssekretäre wett­eiferten miteinander in dem frommen Wunsche, diese Form einzuführen, während wenigstens ein indischer Adminstrator das gegenwärtige System als unwürdigvernünftiger Wesen bezeichnete. Das System besteht aber noch, und es scheint ein bezaubertes Leben zu besitzen, das sowohl einem natürlichen als auch einem gewaltsamen Tode trotzt.

Aus der Rede des Präsidenten Baba Ambica Cbaran Muzumdar auf der 31. Sitzung des indischen Nationalkongresses.

Englische Gewaltherrschaft ist die Ursache indischen Verbrechens . Das von den Engländern in Indien geschaffene Strafgesetz ist fehlerhaft in einem Maße, das nicht überboten werden kann und auch wohl niemals erreicht, worden ist

J. S. Mill:History of India Bd. III, S. 316.

Die Versklavung des indischen Volkes, erwiesen an dem Waffenverbot.

Der ganzen Welt steht es frei, Waffen zu besitzen und zu benützen. Jedes zivilisierte Volk hat Interesse daran, seinen Jünglingen und Bürgern eine militärische Erziehung zu geben und sie im Gebrauche der Waffen und anderen militärischen Taktiken zu unterrichten. In einigen Ländern erfolgt dies durch die allgemeine Wehrpflicht, in anderen auf der Basis freiwilliger Meldungen. Keine Regierung, die Anspruch auf Vernunft erhebt, denkt daran, denjenigen Bürgern den Besitz von Waffen zu verweigern, die ihn für legitime Zwecke wünschen. Der freie Besitz von Waffen und die freie militärische Ausbildung zum Zwecke der persönlichen und nationalen Verteidigung sind das Geburts­recht jedes Mannes. Die Völker wetteifern miteinander in militärischen Rüstungen und gebefi ihren Bürgern militärische Schulung. Selbst in China wird die Einführung der Wehrpflicht in Erwägung gezogen; in Japan besteht die allgemeine Dienstpflicht, ln einigen Orten erlernen sogar die Mädchen den Gebrauch der Waffen und üben sich im Fechten, ln den Vereinigten Staaten sowohl als in anderen Ländern Amerikas dürfen die Neger und ameri­kanischen Indianer Waffen besitzen und können militärische Ausbildung erhalten. Dem Volke Indiens indessen ist in seinem eigenen Lande der Besitz von Waffen nicht gestattet. Jedes Volk ist daran interessiert, Waffen und Munition hersteilen zu können und wirksame Mittel zur Bekämpfung der Feinde zu erfinden. Die Regierungen fördern jeden, der neue Waffen erfindet oder vorhandene verbessert. Den Indern ist all dieses versagt. Weshalb? Weil sie ein unterworfenes Volk sind. Die Regierung kann ihnen nicht vertrauen.