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von vier Eingeborenen durch einen oder mehrere eingeborene Soldaten herbeigeführt wurde, die den Polizisten Hoole am 8. April 1902 begleiteten, ich freue mich zu hören, daß der Polizist entlassen und die vier eingeborenen Soldaten nach einem südlichen Reservat deportiert worden sind.«“
Eine Folge der Bodenpolitik ist die Vernichtung der Eingeborenen- stämme. Die wasserarme Steppe, die die Jagdgründe der Eingeborenen bildet, ist für wenige Schillinge jährlich an die Viehzüchter zur Weide verpachtet. Kommt nun Trockenheit, so besetzen die Züchter die Wasserstellen für ihr Vieh und verjagen die Eingeborenen, die ihren Durst löschen wollen.
„Die ganze Frage“, sagt, der erwähnte Bericht (S. 23), „läuft darauf hinaus, ob man lieber zahlreiche Menschenleben oder die Einnahme von ein paar Schillingen Pachtzins opfern will. Solange das Land für einige Schillinge per Quadratmeile gepachtet werden kann und keine Maßregeln zum Schutze der dort ansässigen Eingeborenen getroffen werden, werden diese Schwierigkeiten fortdauern. Ich bedaure tief, daß ich nicht imstande bin, diese Verhältnisse zu ändern.“
Der Jahresbericht des Eingeborenenprotektors von Queensland für das Jahr 1904 zeigt, daß diese Zustände noch bestanden. In zahlreichen Fällen erhalten die Eingeborenen überhaupt keinen Lohn. Dieser Jahresbericht (S. 3) spricht die Befürchtung aus, daß die Fälle von Verkauf, Tausch oder Raub von Kindern Eingeborener nur noch zunehmen werden, und beklagt die allgemeine Demoralisierung der Eingeborenen durch Alkohol und den behördlich erlaubten Opiumhandel. Über letzteren sagt der Bericht (S. 8):
„Ich habe noch das Vertrauen, daß baldigst entschlossene Schritte getan werden mögen, um die Regierung aus der zweideutigen Lage zu befreien, in die sie sich durch die Gewährung und Beibehaltung der „Erlaubnisscheine für den Opiumverkauf“ gebracht hat. Es gibt zur Zeit 212 solcher unbefristeter Scheine für den Groß- und Kleinhandel mit Opium. Die Opiumeinfuhr im letzten Jahre betrug 14 680 Pfund.
Die Ausrottung der Tasmanier 1823 bis 1876.
Im Jahre 1803 ergriff England Besitz von Tasmanien; 1823 wurde Tasmanien von Neusüdwales getrennt und mit einer Bevölkerung von rund 12 000 Weißen und etw T a 7 000 Eingeborenen zu einer selbständigen Kolonie erklärt. Damit begann die planmäßige Ausrottung der Tasmanier. 1876 waren sie ausgestorben. Die Art und Weise, wie die Engländer die Tasmanier ausrotteten, beschreibt der große Geograph Elisäe Reclus in seiner Geographie Universelle (XIV. S. 758 ff.) wie folgt:
„Tasmanien, die erste unter den australischen Kolonien, ist durch die systematische Ausrottung seiner eingeborenen Bevölkerung, die man zur Zeit der Ankunft der Weißen auf etwa 7 000 Seelen schätzte, förmlich ausgefegt worden. Und diese eingeborene Rasse war, sagt man, noch von außerordentlicher Sanftmut. Am 28. Dezember 1834»wurden die wie wilde Tiere gehetzten allerletzten Eingeborenen am äußersten Punkt eines Vorgebirges eingefangen.