Sand. Jetzt überließ man ihn seinem Schicksal für längere Zeit und später wurde der Schwarze in die Haft abgeführt, um, wie ich hörte, drei Tage ohne Nahrung eingesperrt zu werden.“
Ein Artikel der Monthly Review (Augustnummer 1904), gezeichnet Ralph A. Durand, berichtet auf Seite 92 folgende Tatsachen:
,,ln den Gerichten von Britisch- Z entralafrika wird - ein eingeborener Zeuge, wenn er eines falschen Zeugnisses überführt wird, auf den Boden niedergelegt und erhält dann, bevor er seine Aussagen fortsetzt, sechs Peitschenhiebe, dieses Verfahren erleichtert bedeutend die gute Rechtspflege.“
Blutige Straf exp editionen.
Daß Strafexpeditionen der Schutztruppe gegen widerspenstige Eingeborenenstämme nicht zu umgehen sind, wild jeder zugeben; eigentümlich berührt es aber, daß uns gerade diese Expeditionen von den Engländern zum schweren Vorwurf gemacht werden; wollte man hier die Akten der englischen Kolonialgeschichte aufstöbern, so könnte man ein dickleibiges Werk über die überaus zahlreichen Expeditionen der englischen Schutztruppe in Britisch West- und Ostafrika schreiben. Hierüber einige Beispiele.
Die Etoile beige vom 24. Juli 1906 schreibt:
„Die 1905/06 in Sokoto ausgebrochene Revolte, die erst nach mehreren blutigen Kämpfen niedergeworfen werden konnte, war laut telegraphischen Meidungen der englischen Blätter nur eine Folge des Wiederauflebens des Religionsfanatismus. Die Blätter von der afrikanischen Küste, die soeben in Europa angekommen sind, stellen die Sache anders dar. Der Lagos Weeklv Record vom 2. Juni meldet: „Ein von Sokoto angekommener Reisender erklärte, der Aufstand sei durch die Kopfsteuer (poll tax) veranlaßt worden, zu deren Eintreibung man einem Stamm 800 Stück Großvieh abgenommen habe. Die aufs äußerste erbitterten Eingeborenen empörten sich. Bekannt ist die blutige Niederwerfung dieser Empörung.“
La Verite sur le Congo 1903 Nr. 3 gibt folgende schreckliche Zusammenstellung von Blutvergießen in Britisch-Westafrika:
„Seit dem Kriege gegen die Aschanti im Jahre 1873 haben mehr als fünfzig englische militiärische Expeditionen in diesem Teil von Afrika stattgefunden.
„Es ist unmöglich, auch nur annähernd die Hekatomben Eingeborener zu beziffern, die sie zur Folge hatten, weil die Dokumente nur ausnahmsweise die Verluste des, Feindes angeben. Aber einige aus den offiziellen Texten gewonnene Auskünfte erlauben zu versichern, daß die Opfer an Menschenleben jede Vorstellung übersteigen.
„Ohne auf den Krieg gegen die. Aschanti im Jahre 1873 zurückzugreifen, der das Blut in Strömen fließen ließ, und di© Ruinen der bombardierten, ein- geäscherten und von Grand aus zerstörten Städte und Dörfer häufte, und ohne die einzelnen Kriegstaten zu. wiederholen, deren Aufzählung allein