Gin mitte!afrikairisches Reich.
Wiederholt hat der Staatssekretär des Reichskolonialamts, Dr. Solf, eine Umlegung des afrikanischen Besitzzustandes und eine Neuverteilung gefordert. In dem Vortrag, den er am 21. Dezember 1917 in der Philharmonie gehalten hat, hat er gesagt: „Die gegenwärtige Verteilung Afrikas unter die europäischen Kolonisationsstaaten ist das Produkt einer relativ jungen Entwicklung, in der, neben antiquierten Herrschaftsansprüchen, mehr oder weniger zufällige Ereignisse die entscheidenden Faktoren gewesen sind. Wir erinnern uns, wie oft Kühnheit und politischer Instinkt einzelner unternehmungslustiger Männer durch den Abschluß geschickter Vertrüge mit eingebornen Machthabern ihren Heimatsstaaten einen Vor- sprung im Wettlauf um den Besitz afrikanischer Gebiete verschafft haben. Von einem organischen Werden ist hier nie die Rede gewesen. Kein Wunder, daß diese Verteilung in weitem Umfange der inneren Berechtigung entbehrt! Wir sehen Staaten im Besitz von riesigen Ländermassen, die das Achtzig- fache des Mutterlandes erreichen und von ihnen aus Mangel an Menschen und Mitteln gar nicht entwickelt werden können, wenigstens nicht so, wie die Kulturmenschheit es erwarten muß. Belgien, Frankreich und Portugal sind in einer solchen Lage. ' England, das in anderen Erdteilen schon ungeheure Gebiete seinem Weltreich angegliedert hatte, hat es verstanden, sich einen bedeutenden, dem französischen Afrika nahekommenden Anteil auch an Afrika zu sichern. Auf der andern Seite sehen wir Deutsche uns auf erheblich kleinere, verstreute Besitzungen beschränkt. Wer einen dauernden Frieden, wer einen Frieden der gerechten Zufriedenstellung anstrebt, kann die Aufrechterhaltung der heutigen Besitzverteilung in Afrika nicht wollen, denn sie entspricht in keiner Weise weder dem kolonisatorischen Können noch dem Kräfteverhältnis der beteiligten Nationen." Diese Neuverteilung, auf die der Staatssekretär hinaus will, muß, so meinen wir, ein mittelafrikanisches Reich für uns