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So wanderten sie unter der Führung der Gemeindevorsteher den ihnen angewiesenen Ortschaften zu. Der Abzug erfolgte, da alles vorbereitet war, in größter Ordnung. Alle wurden zunächst in größeren Räumen (Turn-, Zchul- und Tanzsälen usw.), in welchen Stroh ausgeschüttet worden war, untergebracht. Setzt waren sie wenigstens unter Dach, konnten sich wieder bewegen und die verwundeten und Kranken niederlegen.
Da standen, saßen oder lagen sie nun: die meisten mit nichts, als was sie auf dem Leibe trugen, ohne eine zweite Kleidung zum Wechseln, ohne Leibwäsche, ohne eine zweite Fußbekleidung, ohne Lebensmittel, ohne Koch- und Speisegerät, ohne die Möglichkeit einer Pflege der auf der langen Fahrt und infolge von Nahrungsmangel in großer Zahl erkrankten Kinder, manche auch ohne einen Heller Geld in der Tasche — alle Fremde unter Fremden!
In solcher Weise wurden diese ungefähr 1200 Flüchtlinge in 44 Ortschaften des Bezirks Aussig verteilt, zum Teil in nächster Nähe der Stadt (Nestomitz, Schwaden, Obersedlitz, Schreckenstein usw.), zum Teil in Ortschaften an Bahnlinien in der Umgebung von Aussig (Modlan usw.), zum Teil endlich in größerer Entfernung in Erzgebirgsortschaften (Peterswalde, Schönwalde usw.).
Bei der Zuteilung an die einzelnen Orte wurde natürlich soviel als möglich auf die heimatliche Orts- bzw. Familienzusammengehörigkeit Rücksicht genommen. Der Rufenthaltsort darf indes nur mit Erlaubnis der Bezirksbehörde gewechselt werden. Solche Ortswechsel kamen namentlich am Anfang sehr häufig vor, bis sich eben die einzelnen Familiengruppen zusammengefunden hatten.
Dankbar und rühmend muß anerkannt werden, daß sich die Bevölkerung fast überall von Anfang an der Flüchtlinge liebevoll und barmherzig annahm.
Geiser, Nationale Lonnnerfahrten in Südtirol. Daheim 1912, Nr. 41.
Nach Nohmeder, Vierteljahrsheft des v. v. kl. 1911, heft 7: 1915, heft 26, Mitteilungen des v. D. N. 1900.
5. Das deutsche Volkslied in Zteiermark und in den östlichen Mpenländern.
Wie ein frischer, sprudelnder Waldquell ist das Volkslied, entsprungen aus dem Gemüt der einfachen Menschenseele, die unberührt geblieben ist von jeder künstlichen Verfeinerung, und darum ertönt auch das Lied des Volkes in einfachen, ursprünglichen Lauten, nichtsdestoweniger aber klar, sinnig und zu herzen sprechend, mag es die Heiterkeit und Seligkeit der Seele in lebensfrohen Tönen hinausjubeln, mag es klagend und sehnend erklingen. Und wie der Ouell den Tharakter der Landschaft, die sein Wasser durchströmt, widerspiegelt, so zeigt sich auch im Gesänge des Volkes die Landschaft, welche es bewohnt, und weil das Land und der Boden, auf dem die Menschen wandeln, ihr Leben und Treiben und damit auch ihr Sinnen und Singen beeinflussen, so erhält das Lied seinen wechselnden Charakter und zeigt unverfälscht und ungetrübt die Volksseele.
Die verschiedenen Gattungen des Volksliedes in Steiermark ergeben sich somit von selbst, wenn wir die Gebiete, in denen sie vorkommen, ins Auge fassen, anderseits haben auch gewisse, insbesondere festliche Zeiten auf ihren