I. Österreich.
1. Verbreitung der Deutschen in Österreich.
wir sehen uns auf der Karte einmal die Gestaltung des österreichischen Staates ohne Ungarn und Bosnien an. was ist das für ein großer Bogen, der sich von Tzernowitz über Krakau, Brünn, Wien, Graz, Trieft bis Tattaro spannt und von da bis Bregenz und Rla, der aber nordwestlich das Viereck des Böhmerwaldes auf dem Rücken trägt. >Nur durch die 55 km breite Brücke Gderberg—Jablunkapaß ist mit diesen Kronländern Galizien und Bukowina verbunden. Und schlimm ist es für die Beamten und Offiziere, denn in dem Lande werden zwölf Sprachen gesprochen, es wohnen slawische Völker im Norden und Süden, nämlich Tschechen, Slowaken, polen, Ruthenen, Slowenen, Serben und Kroaten. Im Süden wohnen dann noch Italiener, außerdem Zigeuner ohne feste wohnplätze. Die Deutschen sind überall im Reiche zu finden, mindestens in den Städten. Und diese 9 Millionen stellen ein wertvolles Bindeglied für die Doppelmonarchie, für das kommende Mitteleuropa dar. Hast aller Gewerbesteuern werden von ihnen bezahlt, Vio aller Bauerngüter, 3/4 des ganzen Häuserbesitzes in Dsterreich-Ungarn sind in deutschen Händen. In gleichem Maße sind die österreichischen Bergwerke deutsch, nämlich zu Vio- Die 9,2 Millionen Deutsch-Gsterreicher bilden das Hauptgewicht des Deutschtums im Uuslande.
Verbreitung der Deutschen in Österreich.
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Die Hauptmacht, so zeigt ein Blick auf die Völkerkarte, sitzt in den Rlpen- ländern: 5Vs Millionen. Sie umfaßt die alten Donaulande, Nieder- und Gber- österreich, Salzburg und Vorarlberg. Diese Kronländer können wir als rein- . deutsche Länder bezeichnen. Man rechnet sie gewöhnlich zum bayrischen Stamm, dessen Mundart vorherrschend geworden ist. Deutsche Mehrheiten haben wir auch in Tirol, das im Süden an Italien stößt, Steiermark und Körnten, die im Süden von Slovenen bewohnt werden, wir nennen diese letzten drei Kronländer überwiegend deutsche Länder.
Nun bricht sich die Welle deutscher Rnsiedlungen. Nur vereinzelt dringen ihre Nusläufer bis nach Krain (Gotisches) und in das österreichische Küstenland. Der mächtige tschechische Csuerriegel, der im Westen von einem Streifen deutschen Landes umzogen wird, trennt die Z,Z Millionen Deutschen von der Hauptmacht in den Rlpenländern. Dazu kommen nun noch kleine Minderheiten in Galizien und der Bukowina, während also Slawen und Romanen auf ihre Siedlungsgebiete beschränkt bleiben, umspannen die Deutschen das ganze Staatsgebiet.