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Die deutschen Kolonialsprachen : Vortrag gehalten im Frankfurter Verein für orientalische Sprachen am 24. Oktober 1911 / von Ludwig Harald Schütz
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Sehr g e e h r t e Anwesende!

Es ist mir die Eine zuteil geworden, die allgemeinen Vorträge unseres neugegründeten FrankfurterVereins fürorientalische Sprachen mit einem Vortrag über die deutschen Kolonialsprachen einzuleiten.

Betrachten wir den Globus oder die Weltkarte, so ergibt sich, daß sämtliche deutsche Kolonien, mit Ausnahme Samoas, auf der östlichen Halbkugel liegen. Und auch Samoa ist nur X Grade noch weiter östlich von Greenwich als der 180. Längen­grad gelegen und ist somit zwar zur westlichen Halbkugel geo­graphisch zu rechnen, sprachlich aber gehört es durchaus zu Asien, also zur östlichen Halbkugel.

Weiter können wir geographisch unsre Kolonien in die beiden großen Gruppen der afrikanischen und der im oder am stillen Ozean gelegenen einteilen.

Wir werden dann gut tun, folgende Hauptspracligruppen zu unterscheiden, die ich zunächst nur auf zählen will.

1. in Afrika fünf

a) semitische

b) hamitische

c) Sudan-Sprachen

d) Bantu-Sprachen

e) Hottentotten-Buschmannsprachen

2. im Gebiet des stillen Ozeans drei

a) Papua-Sprachen

b) polynesisch-melanesische Sprachen

c) Chinesisch.

Es handelt sich also insgesamt um 8 Hauptgruppen, in welche die sämtlichen deutschen Kolonialsprachen einzureihen sind.