Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
330
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auch Mombassa 1729 den Portugiesen wieder verloren gegangen war, hatten sie nur noch südlich vom jetzigen Deutsch-Ostafrika eigene Be­sitzungen.

Ihr Einfluß auf die Landeskultur ist u. a. aus der großen Zahl portugie­sischer Worte ersichtlich, diedieKiswahilisprache aufgenommen hat. Dann sind eine ganze Menge amerikanischer Nutzpflanzen von den Portugiesen, teils direkt, teils indirekt, nach Ostafrika gebracht worden. Als solche sind zu nennen: Mais, Süßkartoffel, Maniok, Bohnen (Phaseolus vulgaris u. Ph. lunatus), Erdnuß, Tomate, Kürbisarten, Ananas, Anonaarten, Mel onenbaum, Feigenkaktus, Guyawe, spa­nischer Pfeffer, Tabak. Eine Reihe dieser Pflanzen sind von der Ost - wie Westküste Afrikas aus nicht sehr weit ins Innere gelangt. Dagegen wurden solche Pflanzen, die in den Hackbau des afrikanischen Negers gut hineinpassen und diesem womöglich weniger Arbeit machen und reich­lichere Erträge liefern als seine älteren Kulturen, schnell und ausgiebig auf­genommen und verbreitet, so der Mais, derManiok, die Batate und Kürbisse. Auch derTabak hat sich als ein wenig Pflege erheischendes, billiges Genuß­mittel schnell in größeren Gebieten eingebürgert (vgl. die Kulturkarte).

Bei der großen Bedeutung, die zumal die Kultur des Mais, der Batate und des Maniok in großen Bezirken Äquatorial-Afrikas, u. a. auch für unser Küstengebiet gewonnen hat, mag es merkwürdig erscheinen, daß gerade der kurzen Periode der portugiesischen Herrschaft eine so emi­nente Bereicherung an Ackerbauprodukten dem afrikanischen Einge­borenen gebracht hat. Es wird dies jedoch leicht verständlich, wenn wir bedenken, daß es tropisch-amerikanische Hackbauprodukte sind, die die Portugiesen lieferten; daß aber die älteren asiatischen Kulturvölker (Malayen, Araber, Schirazi) aus den ihnen benachbarten Ländern nichts so gut in den afrikanischen Hackbau Passendes mehr nach Afrika bringen konnten, da die Grundbantu selbst in denselben Ländern ihre Urheimat haben und mit ihrer ganzen Kultur auch die asiatischen Hackbauprodukte selbst schon nach Afrika einführten. Deshalb konnten die späteren Zu­schüsse an echten Hackbaupflanzen aus Asien von vornherein nur ver­schwindend sein. Und darin liegt die immerhin große Kulturbereicherung begründet, die die Portugiesenzeit dem Urwirtschaftsystem der afrika­nischen Bantuvölker gebracht hat.

Die (letzte) arabische Periode.

Im übrigen sind aber die Portugiesen von keiner großen Bedeutung für Ostafrika gewesen; und auch ihre politische Macht wurde bald ge­brochen, nachdem ihnen ein durch seine Lage am Indischen Ozean von