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5 . Kapitel.
DIE BEVÖLKERUNG
des deutschostafrikanischen Küstenlandes und der vorgelagerten Inseln.
1. Einleitung.
Die Küstenbantu.
D ie Hauptmasse der Bevölkerung Deutsch-Ostafrikas bilden die sogenannten älteren Bantu, oder wie sie Weule vielleicht richtiger nennt, die Grund- oder Urban tu. Sie stellen die in Sprache und Kulturbesitz ziemlich einheitliche Grundlage unter dem Völkergewoge des Gebietes dar und sind die am wenigsten veränderten Nachkommen der ältesten Negereinwanderungen in Afrika. Diese Grundbantu Ostafrikas können wir wieder in die zentralen und Küstenbantu gliedern. Erstere werden hauptsächlich durch die große Völkerschaft der Wanjamwesi repräsentiert, die den größten Teil des Westens der Kolonie in zahlreichen Untergruppen bewohnen und von großer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung für unsere Kolonie sind. Die küstennahen Grundbantu treten dagegen an Bevölkerungszahl und auch sonst zurück. Ihre Wohngebiete stoßen in der Nordsüdmitte der Kolonie, d. h. etwa vom Rufiji im Süden bis über den Wami hin nach dem Norden, unmittelbar an diejenigen der zentralen Urbantu. Im Süden wie Norden dagegen werden beider Gebiete durch je einen Keil jüngst eingewanderter Bevölkerungselemente voneinander getrennt. Im Süden sind die Einwanderer nicht rassenfremd, sondern gehören gleichfalls dem Bantu- Sprachstamme und der Gruppe der Urbantu an; sie kommen als Wan- goni,Wajao und Warnakua von Südwesten oder Süden und überlagern oder verdrängen die eingesessene Bevölkerung. Die landfremde Bevölkerung des Nordens ist dagegen durchaus rassenfremd; es sind ha- mitische Völker, die, von Norden oder Nordosten kommend, sich in die Bantu-Urbevölkerung hineingeschoben haben. Es sind teils somaliartige Völker, wie dieWafiome und Wamburru, zum größten Teil aber die als Massai zusammengefaßten nomadisierenden, räuberischen Hirtenvölker. Letztere, und zwar die Bukoi- oder Kibaia-Massai sind auf ihren Plünderungszügen auch gelegentlich bis in das unmittelbare
15 Werth, Deutsch-Ostafrika.
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