am sandigen, trockenen Strande die Bedingungen zum Auskeimen und zur weiteren Entwicklung zu finden. Diese Fähigkeit besitzt die Frucht der Kokospalme ganz augenscheinlich nicht. Niemals sah ich eine Kokosnuß spontan auskeimen, und Schimper berichtet (a. a. O. S. 34) gleichfalls von Java, daß unter den vom Meere ausgeworfenen, in Keimung befindlichen Früchten Kokospflanzen gar nicht zu finden seien.
Man muß wohl unterscheiden zwischen Schwimmfrüchten und schwimmfähigen Früchten. Letztere brauchen noch keine Schwimmfrüchte im ökologischen Sinne zu sein. FJierfür ein Beispiel. Seit alter Zeit kennt man die riesigen Früchte der nur auf den Seychellen beheimateten Fächerpalme Lodoicea Seychellarum, welche von den Meeresströmungen an die indische Küste getrieben wurden. Man hielt sie für Meeresprodukte, bis im Jahre 1769 die Palme selbst an ihrem natürlichen Standorte entdeckt wurde. Das äußerst beschränkte Heimatsgebiet der Pflanze beweist wohl zur Genüge, daß der Schwimmfähigkeit ihrer Früchte keine ökologische Bedeutung zukommt.
So ist es zweifelsohne auch bei der Kokospalme, und die weite Verbreitung dieser Pflanze in den tropischen Küstenländern ist auf die Kultur der Menschen zurückzuführen.
Wann zum ersten Male jene malayischen Völkerwellen an die ostafrikanische Festlandküste gebrandet und ihre Kulturströme über das Land ergossen haben, und in welche Zeit der Haupteinfluß des malayischen Kulturelementes auf die ostafrikanische Bantubevölkerung zu verlegen ist, vermögen wir nicht anzugeben. Jedenfalls hatten aber schon in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung — vielleicht bedeutend früher — solche malayischen Einwanderungen in Ostafrika stattgefunden. Auf Madagaskar findet sich z. B. für Kokos das malayische Wort Voa-niu. Die malayischen Kolonisten haben diesen Namen ganz offenbar mit dem Baume selbst aus ihrer Heimat nach Madagaskar mitgebracht. Da sie aber die indischen bezw. Sanskrit-Worte nicht haben, wird angenommen, daß sie, die Wazimba, vor der Hindu-Invasion auf Java und Sumatra, die etwa in das dritte Jahrhundert zu verlegen ist, schon von dort fort gewesen sind. Daß die malayischen Einwanderungen sich jedoch über lange Zeiträume erstreckten, zeigen die Ho was, die erst etwa im 16. Jahrhundert nach Madagaskar gekommen sein sollen. 1
Altertum.
Die weiteren Beeinflussungen des ostafrikanischen Küstengebietes durch fremde Kulturträger können wir durch geschichtliche Daten mehr oder
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1 Stuhlmann: Kulturgeschichte, S. iS.