hamitischer Völker mit vielfachen Unterbrechungen durch Afrika bis zu den allerdings stark mit Negerblut gemischten Hottentotten im Süden. Alle diese Völker wohnen in bienenkorbartigen Rundhütten, reden hamitische Sprachen oder sind durch ihre physische Eigenart als Hamiten oder hamitenähnliche Menschen zu erkennen.
Von Ostafrika kennen wir folgende solcher hamitischen Einwanderungen: die massaiartigen Völker mit den Asa-Wanderobbo, den Wambugu, den Wakwafi, den eigentlichen Massai usw. Eine wahrscheinlich ältere als diese bis in die allerletzte Zeit hineinreichende Einwanderung stellen die Wafiomi, lraku, Uässi, Wambulu, Wataturu -Totoga u. a. dar, welche im abflußlosen Gebiet von Deutsch-Ostafrika sitzen.
Das Fehlen des Hackbaues bei den nur viehzüchtenden hamitischen Stämmen läßt ihre ältesten Einwanderungen in eine Zeit verlegen, in der das Klima bereits seinen feuchten Charakter längst verloren hatte und auch in ihrer ursprünglichen asiatischen Heimat der Hackbau nicht mehr als Hauptkulturäußerung gelten konnte. Die hamitischen Völkerschübe und Kulturbeeinflussungen sind mithin auch in ihren Anfängen den älteren Bantueinwanderungen gegenüber als weit jüngere zu betrachten.
Alle diese hamitischen Beeinflussungen kommen für unser Küstengebiet nicht oder nicht merklich in Betracht. Eine Ausnahme machen im Norden die Wassegeju und Wadigo, von denen schon S. 226, als die einzigen metamorphischen Bantu des Küstenbezirkes, die Rede war (vergl. auch die Karte der Kulturformen). Ebendort waren auch schon die im Süden unseres Schutzgebietes stattgefundenen und noch stattfindenden Überlagerungen der alteingesessenen Bevölkerung durch landfremde, aber nicht rassenfremde Elemente besprochen, die als friedliche Einwanderungen in den Makua und Wajao, namentlich aber den letzteren, bis an die Grenzen unseres Küstengebietes auf der Südseite des Lukul edi- tales bei Lin di vorgedrungen sind.
Wirtschaftssystem der Urbantu.
Das ganze Wirtschaftssystem, wie es die ostafrikanischen Bantuvölker, namentlich die von den späteren hamitischen Menschenschüben wenig oder kaum beeinflußten sogen. Urbantu, wie sie in unserem Küstengebiete sitzen, aufweisen, war in sehr früher Zeit in allen wesentlichen Stücken abgeschlossen. Die Leute besaßen die als Hackbau bezeichnete Form der Feldbestellung, dessen Hauptinstrument die Hacke (Fig. 50) ist. Sie kannten weder den Pflug noch den Wagen, wie die Verwertung von Tieren zum Ziehen beider; auch ist ihnen die Verwertung des Düngers fremd geblieben. Sie sind daher darauf angewiesen, ihre Felder immer
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