Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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Frau ihrem Manne abwendig machte und eine Geldstrafe dafür nicht S | leisten konnte, wurde man Sklave des betrogenen Mannes), endlich als l im Lande geborenes Kind von Sklaven. Diese letzteren heißen Wazalia, j d. h. »Geborene« im Gegensatz zu den aus dem Inneren gebrachten [ Sklaven (»Wajono«). Ein Sklave kann frei werden i. durch den freien j Willen seines Herrn, wenn er sich die Liebe und Achtung desselben er- | worben hat, 2. wenn der Herr Veranlassung fühlt, ein gutes Werk zu tun, j. \ 5. wenn derselbe die Güter eines Sklaven schon bei Lebzeiten desselben ! für sich einziehen will, 4. durch Loskauf. Seitdem die Araber im Lande \ { sind, wird die Freilassung meist schriftlich niedergelegt, früher geschah j j sie nur mündlich vor drei Zeugen (v. Eberstein: a. a. O. S. 177 181). ] \

Komorenser. {

Sich in Sitten und Kleidung den Swahili anschließend bilden die Ko­morenser, von den Küstennegern Angassija genannt, ein eigentüm­liches Mischvolk. Sie sind Neger mit Beimischung des Blutes verschiedener asiatischer Völker, unter denen die Malayen wohl nicht in letzter Linie stehen. Sie stammen meist von Angasija und kommen zahlreich nach Ostafrika, wo sie als geschickte Diener in den Europäerhäusern sehr beliebt sind. Ihre Hautfarbe ist meist lichter, als die der reinen Bantuneger und ihr Gesichtsschnitt meist schärfer; im übrigen ist ihre Gesamterscheinung I außerordentlich variabel. Sie sind entschieden klüger und geistig reger als f die Swahili und benutzen ihre Fähigkeiten nicht selten zum Nachteil der - Europäer; doch gibt es auch sicher nicht wenige treue, ehrliche und an- j| ständige Menschen unter ihnen. w

Araber.

Bis zum festen Einsetzen der deutschen Kolonisation waren die Araber aus Maskat (Taf. 25 oben) die herrschende Klasse in Ostafrika. Sie waren die Aristokraten des Landes, die auch äußerlich als solche aufzutreten wußten. Heute verschwindet die charakteristische Gestalt des vornehmen Arabers immer mehr, und das Straßenbild der ostafrikanischen Küsten­städte verliert dadurch seine glänzendste Staffage. Nicht nur der politische Einfluß der Maskat-Araber ist heute dahin, sie sind vor allem auch wirtschaftlich, vornehmlich durch die Unterbindung der freien Sklaven­zufuhr, in starkem Absteigen begriffen und fast durchweg bei den Indern verschuldet. In unserer Kolonie spielen die Araber als jumben,Akiden und Walis eine Vermittlerrolle zwischen dem Gouvernement und der schwarzen Eingeborenenbevölkerung. Ihre größte Macht entfalten sie noch auf den Inseln Pemba und Sansibar, wo sie als Plantagenbesitzer noch in leidlicher Wohlhabenheit anzutreffen sind.

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