Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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er dieses, so fährt der Geist aus ihm heraus. Nicht selten bildet die Opfe­rung einer Ziege den Abschluß der ganzen Zeremonie, wobei der Geist das Blut des Schlachttieres trinkt, während der größte Teil des Fleisches dem Mganga zufällt.

Amulette, Arzneien und chirurgische Eingriffe.

Den Medizinmännern oder Geisterbeschwörern (Mganga) fällt auch die Anfertigung von Amuletten zu, die den Träger gegen die ver­schiedensten Gefahren schützen. Es gibt Amulette (Daua [Medizin] ge­nannt) gegen Giftschlangen, Krokodile und Haifische, gegen den Blick des Teufels, der die Menschen krank macht, im Kriege gegen Kugeln usw. Sie haben die verschiedensten Formen: Hörner, Beutelchen, Kalebassen u. a. ln ein um den Oberarm getragenes Band ist an einer Stelle ein (mit einem Koranspruch?) beschriebenes Papier eingenäht. Daua ja mtoto (Kind) besteht aus Horn- und auffallend geformten Holzstücken, mit ver­schiedenen kleineren Früchten, Münzen (Pesa), Glasperlen und einge­nähter Arznei; alles wird auf einen Faden zu einem Kranz gereiht und von der Mutter um den Kopf (nicht Hals) getragen. Solche komplizierte Daua kostet zwei Rupie und wird von alten Weibern hergestellt.

)e nach Umständen wird vom Mganga die Wirkung der Geisterbe­schwörung durch natürliche Arzneien, ebenfalls Daua genannt, unter­stützt. Sie werden gewöhnlich in Breiform auf die kranken Körperteile aufgelegt. So wird gegen Kopfschmerzen das (angenehm säuerlich-kühl­schmeckende) Fruchtmus der Adansonia (Affenbrotbaum) nach Entfernen der Kerne auf den Kopf gepreßt. Auch wird der Kopf wie auch die Augengegend mit Kalk und anderen Substanzen beschmiert. Gegen Leib­schmerzen wendet man auch Massieren an, das mit großer Geschicklich­keit ausgeführt wird. Rizinusöl ist, innerlich wie äußerlich angewandt, sehr gebräuchlich.

Einen Unterschied zwischen Zaubermitteln und wirklichen, natürlich wirkenden Arzneien kennt der Küstenneger nicht; bei ihm wirkt alles durch übernatürliche Kraft, und das eine wie das andere wird mit dem gleichen Namen (Daua) bezeichnet. Und bei vielen Mitteln kann man im Zweifel sein, ob sie nur als Zaubermittel oder auch als wirkliche Arzneien wirken. So werden z. B. die kunstvollen, beutelförmigen Nester der merk­würdigen, Honig saugenden kleinen Vögel (Nectarinien) angezündet und der Rauch als Mittel gegen Fieber (Homa) eingeatmet. Eben dagegen wird in der gleichen Weise die bei der Häutung abgestreifte Epidermis der Schlangen benutzt; »wie die Schlange aus der Haut gefahren, so fährt darnach das Homa aus dem Körper des Kranken heraus«. Ähnliche Mittel

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