Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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kommenden, Einwanderern hervorgegangen sind und auch heute noch an ihrer persischen Abstammung festhalten, daher sie als Schirasi be­zeichnet werden. Heute haben sie in politischer Beziehung keine Bedeu­tung mehr. Im übrigen hat man unter der schwarzen Bevölkerung des Küstengebietes zwischen Freien und Sklaven zu unterscheiden. Die letzteren sind zum größten Teil in Händen von Arabern, doch besitzen auch viele Swahili solche. Im allgemeinen erkennt man die Sklaven an den an der Küste kaum üblichen Narbenverzierungen usw., die ihnen von ihrer Heimat aus anhaften, ln der zweiten, meist mit Küsteneingeborenen gemischten Generation sind sie dagegen nicht mehr äußerlich zu unter­scheiden und nehmen auch gesellschaftlich fast die Stellung der Freien ein. Freigewordene tragen ihren Freibrief wie ein Amulett eingenäht auf dem Körper mit sich herum . 1

Die Kinder der Küstenleute zerfallen in verschiedene Rangstufen: zu­erst kommt das Mtoto wa watu, d.i. das Kind eines freien Mannes mit seiner freien Frau; dann folgt das Mtoto wa Suria, das Kind eines freien Mannes mit seiner Sklavin; endlich das Mzalia genannte Kind eines Sklaven und einer mit ihm verheirateten Sklavin. Diese Kinder sind Watoto wa halal, d. h. rechtmäßige, die den Watoto wa haram, den zahl­reichen unehelichen Kindern, gegenüberstehen. Auch diese können ihrer Abstammung nach wieder verschiedener Art sein: Das von einem Freien mit der Sklavin eines anderen gezeugte Kind gehört dem Besitzer der Sklavin, doch wird es dem Vater, falls dieser es wünscht, meist leicht ge­macht, das Kind zu kaufen. Weniger beliebt sind uneheliche Kinder von Freien mit freien Mädchen oder von Sklaven mit einer Freien, ln solchen Fällen ist wohl Kindsmord immer noch nicht selten. Außerdem kennt man verschiedene Mittel, um die Leibesfrucht abzutreiben.

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Kindheit.

Das Kind bekommt nach der Geburt eine bunte Mütze als einzige Be­kleidung, bis ihm die Haare gewachsen sind. Wenn es zu laufen beginnt, erhält es einen Namen vom Bruder der Mutter, den es normalerweise für immer behält. Die Namen hängen in ihrer Bedeutung oft mit irgend welchen Umständen bei der Geburt zusammen. Hamisi heißt ein Bub, der in der Nacht zum Donnerstag (siku alhamisi) geboren wurde; Mwua (Regen) erblickte zur regenreichen Zeit das Licht der Welt; Lajabu heißt ein anderer, weil er im Monat Lajabu (= Rajab) geboren war; Alis Geburt steht in irgend einer Beziehung zum mohammedanischen Rama- sanfest. Von weiblichen Namen seien genannt: Fatuma (die Glückliche),

1 Näheres über die Sklavenbevölkerung siehe im Abschnitt 111 dieses Kapitels.

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