gegend ausführten. Die Tauschwaren bestanden aus Salz, ZeugstofFen, Glasperlen, Pulver, Gewehren usw., die der Händler vom Araber an der Küste kaufte oder borgte. Der Wohlhabendste hatte kaum Waren im Werte von ioo Rupien bei sich, ln der Nyassagegend wurden Sklaven und Elfenbein gekauft, die nach Rückkehr an der Küste für den doppelten bis vierfachen Betrag des Einkaufspreises an die Araber wieder veräußert wurden.
Ganz anders wurde der Handel in den Ländern der Wangindo, Wayao, Mbisa und Nindi betrieben. Der Küstenmann besuchte dort seine Geschäftsfreunde, denen er die mitgebrachten Waren schenkte und dafür Gastfreundschaft genoß. Ging er wieder zur Küste zurück, so gaben ihm seine Freunde neben Trägern etc. ihr Elfenbein, Sesam, Vieh, Sklaven und andere Güter mit, die er an der Küste verkaufte und dafür einen Maklerlohn von etwa 50% des Verkaufspreises einsteckte.
Kopal holte man aus dem unmittelbaren Hinterlande der Küste, aus Kichi und Matumbi. Der Wert des Kautschuks war noch unbekannt.
Beim Kauf herrschte die Sitte, daß der Verkäufer dem Käufer ein Stück Zeug gab, das dieser zerriß nach der Frage: »Hast Du verkauft?« und der vom Verkäufer gegebenen Antwort: »Ich habe verkauft!«. Damit war der Kauf perfekt.
Der Führer einer Handelskarawane hatte die gemieteten Träger zu verpflegen. Der vereinbarte Trägerlohn wurde zur Hälfte bei Antritt der Reise, zur anderen Hälfte nach der Rückkehr ausgezahlt. Der Führer war absoluter Herr seiner Karawane. Von jedem geschlachteten oder geschossenen Tier erhielt er den Kopf. Die Träger hatten für die durch ihre Unachtsamkeit oder Schuld entstandenen Schäden an den Waren des Karawanenführers aufzukommen.
Handwerk und Kunstgewerbe.
Handwerk und Kunstgewerbe finden bei den Küstenleuten in mannigfacher Weise Betätigung. Zunächst ist da die Töpferei (Taf. 21, rechts) zu erwähnen, in der man es aber nicht zu besonderer Kunstfertigkeit gebracht hat. Es sind vornehmlich zwei Formen von Gefäßen, die man überall wieder sieht. Die eine mehr krugförmig mit halsartiger Einschnürung und eine andere, offene, schüsselförmige mit eingebogenem Rande. An sich sind jedoch diese einfachen Sachen sauber und nett gearbeitet. Sie werden mit der Hand und einer Muschel als einziges Werkzeug hergestellt, und auch die schöne Rundung wird lediglich durch Drehen mit der Hand bewirkt. Die Gefäße werden an der Sonne getrocknet und
279