kurzen, einfachen Paddeln (Kafi [oder kassia]) mit lanzettlichem (oder rhombischem) Blatt gerudert, aber vielfach mit Segel (Tanga) benutzt (Mlingoti heißt der Mast, upondo die Rahe). So unangenehm eine Seefahrt auf dem fürchterlich schwankenden, auslegerlosen Einbaume ist, so elegant und glatt fliegt man bei tüchtigen Rudersleuten in der Galawa über die See dahin. Die Einführung des Auslegerbootes in den großen Flüssen würde sicherlich auch einen großen Schutz gegen die Gefahr der Krokodile gewähren. Da die Einbäume wegen ihrer Kleinheit naturgemäß leicht Wasser übernehmen, so müssen sie auf der Fahrt fast fortwährend ausgeschöpft werden. Hierzu dient die Längshälfte der spindelförmigen großen Frucht des Affenbrotbaumes, an der man einen Teil des Stieles als bequeme Handhabe beläßt.
Viel von den Küstenleuten benutzt werden auch die sogenannten, in ihrer Konstruktion interessanten Tepe. Diese Tepe oder »genähten« Schiffe werden vornehmlich in Rasini auf der Witu-Insel Patta hergestellt. An das innere Gerüst werden die Planken angelegt und durch schräg eingeschlagene Holznägel miteinander verbunden. Weiche Man- growerinde wird in die Fugen gesteckt und Wülste aus trocknen Palmblättern darauf gepreßt. Dann werden die Planken durchlocht und durch kreuzweise durchgezogene Stricke fest aneinandergebunden, worauf die Löcher mit Holzpflöcken gedichtet werden. So werden sämtliche Verbindungen mit Stricken und Holzpflöcken bewerkstelligt. Es muß natürlich in solchen Schiffen, da die Fugen nicht übermäßig dicht halten, oft Wasser geschöpft werden. Sie müssen alle Jahre frisch gedichtet werden und halten dann etwa 4 Jahre aus. Ein bis zirka 15 m langes Schiff steht im Werte von 300 Rupien. Man unterscheidet zweierlei Formen: echte Dhaus von der gewöhnlichen Form und die eigentlichen Tepe, die durch einen schnabelartig spitz nach vorn laufenden Fortsatz ausgezeichnet sind und dadurch an die Kriegsschiffe des Altertums erinnern. Sie tragen ein großes, viereckiges Segel, das aus Matten zusammengenäht ist. Die Tepe sind sehr elastisch und leiden daher weniger als andere Schiffe beim Auflaufen auf ein Riff. 1
Auf der Seefahrt pflegt man, wenn kein Wind ist, den Pepo (Wind, Geist) unter lebhaftem Getrommel auf eine Petroleumbüchse herbeizurufen, indem man dazu singt: Njöö (Komm her) Pepo, njöö Pepo . . ..
Handel.
Die kaufmännische Befähigung der Küstenleute ist nicht gering und sollte in jeder Weise von der Regierung aus gefördert werden, um
1 Voeltzkow: Reise nach Ostafrika. Zeitschr. Ges. f. Erdkunde-Berlin. 1903, S. 567 und 568.