Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
274
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Die Liedertexte kommen in Anknüpfung an derartige Gelegenheiten teils rhapsodisch zustande, teils werden sie von bestimmten Männern oder Frauen ersonnen. Viele Leute besitzen ein großes Geschick darin. Ver­breitet werden die Lieder vor allem durch die Frauen und Mädchen, die ein besonders gutes Gedächtnis oder eine besondere Vorliebe dafür zu haben scheinen.

Bei fast allen Arbeiten, die zu mehreren gemeinsam ausgeführt werden, wird gesungen. Der Text dieser Lieder zur Arbeit besteht meist aus nur ein paar Worten, die sich auf die Arbeit selbst beziehen oder auch von etwas ganz anderem handeln können; oft sind es obszöne Äußerungen. Unter schwerer Arbeit keuchende und nach Atem ringende Hamali (Lastträger) singen z. B.: »Kasi moto / msi lalami«, »Harte Arbeit / schlaft nicht.« Die Schar der Sklavinnen, die das Hausgerät des Sultans von Sansibar von dessen Landgut wieder zur Stadt zurückschleppt, singt: »Ahä,ahä / mai ona?«, Ahä,ahä (Ausruf), »siehst Du die Menge?«. Wie den Küstennegern das Gesinge in Fleisch und Blut übergegangen ist, sieht man daran, daß z. B. ein kleines Kind einem zuruft: »buana mkuba / lete pesa moja«, »Großer Herr / gib mir einen Heller.« Wie hier, so ist auch in dem vorhin ange­führten Panganilied der Reim zu beachten. Beim Anwerben von Arbeitern oder Arbeiterinnen, wie z. B. zum Stampfen der Lehmfußböden in den Araberhäusern, wird als Hauptperson ein Vorsänger engagiert; man stampft im Takt nach seinem Gesang, wobei die ganze Gesellschaft ge­wöhnlich jedesmal bei der zweiten Gesangstrophe mit einfällt. Bei Arbeiten, die kein taktmäßiges Geräusch gestatten und andererseits die Hände freilassen, wie beim Tragen von Lasten auf dem Kopf, wird wohl der Gesang durch rhythmisches Händeklatschen begleitet.

Als Tanzlieder im engeren Sinne sind solche anzusehen, die meist einen sehr einfachen Text und eine entsprechende dem Tanztakt besonders angepaßte Melodie haben. Besonders wohlklingende Melodien pflegen häufig die auf der von Europa eingeführten Mundharmonika gespielten Lieder zu haben.

Verkehrs - und Transportmittel, Boote.

Brücken werden gemeinsam von den Ortsangehörigen unter Leitung eines angesehenen Dorfmitgliedes gebaut. Für Beköstigung und Bau­material sorgt der Unternehmer, dem die ortsfremden Passanten nach Inbetriebsetzen des Baues ein Brückengeld zu entrichten haben von i bis 2 Pesas pro Kopf und 8 Pesas für eine Last, ln ähnlicher Weise werden größere Wege angelegt.

Als Transportmittel kennt man weder Wagen noch Last- oder