Haustiere.
Von Haustieren werden allgemein Ziegen gehalten. Es ist eine kurzhaarige, starkbeinige, gedrungene Rasse mit ganz kurzen (daumen- bis zeigefingerlangen), schwach S-förmigen Hörnern und schräg herabhängenden Ohren. Die ursprüngliche Farbe scheint ein in Rost spielendes Braun mit schwarzem Rückenstrich zu sein; neben dieser Färbung sieht man sie auch schwarz oder bunt (schwarz und weiß oder schwarzweiß und braun). Die Böcke haben eine kräftige Halsmähne und kurzen Kinnbart (keine Klunkern). Die Ziegen geben nur wenig Milch.
Schafe sieht man kaum in den Dörfern der Küstenleute; ebenso gehört die Rindviehzucht wohl nicht eigentlich in den Betrieb dieser Leute. Mit Ausnahme der den metamorphischen Bantu angehörigen Wassegeju an der Tangaküste dürften die Watu wa wrima Rind und Schaf wohl nur unter dem direkten Einflüsse der schirazischenjEinwanderer und Jumben gepflegt haben. Mit dem Nachlassen der Zuwanderung aus den Ländern des Persischen Meerbusens und der allmählichen Vernegerung der Jumben scheint dann der ehemalige Viehreichtum des Küstenlandes langsam geschwunden zu sein.
Hühner werden überall gehalten; sie laufen frei herum oder werden zum Schutz des Erntegutes in Gehegen aus Rohstäben eingesperrt. Selten ist die Moschusente. Tauben sieht man nur hier und da. Allgemein verbreitet, wenn auch nicht bei Jedermann, ist der von den Europäern so genannte Schensiköter, ein Hund von Spitzgröße und schmächtigem Wuchs mit behaartem, leicht gedrehtem Schwanz, ziemlich spitzer Schnauze und dreieckigen, seitlich abstehenden Ohren. Seine Färbung ist gelb oder braungelb mit weißen Flecken und Partien (Füßen z. B.). Diese Hunde können nicht bellen.
Eine eigentliche Bienenzucht kennt man nicht, dagegen hängt man ausgehöhlte Baumstämme (mzinga) in den Bäumen auf, in denen sich die wilden Bienenvölker ansiedeln.
Feldbau.
Die Bodenkultur der Negerbevölkerung des Küstenlandes besteht, wie bei allen Negern Afrikas, in jener primitiven Form des Feldbaues, den E. Hahn als »Hackbau« bezeichnet . 1 Er unterscheidet sich vom Ackerbau in der uns geläufigen Form vor allem dadurch, daß er sich weder des Pfluges noch eines Zugtieres bei der Bearbeitung des Bodens bedient. Die Haustiere stehen in keiner direkten Beziehung zur Bewirtschaftung
1 E. Hahn, Haustiere (Leipzig 1896), S. 388ff. Derselbe: Demeter und Baubo (Lübeck), S. 8.
Derselbe: Das Alter der wirtschaftlichen Kultur der Menschheit. Heidelberg 1904. S. 25ff.
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