Streifen in der Jochbeingegend. Ähnliche Tätowierung tragen auch die Frauen zur Schau und außerdem auf Brust und Vorderseite der Oberarme eine Menge großer dunkler Flecken, wie man sie auch bei den Makonde sieht.
Bei Swahilis und swahilisierten Küstenleuten anderer Stämme ist die Beschneidung der männlichen Personen nach mohammedanischer Art im Gebrauch. Doch sind Unbeschnittene (Bunga) nicht selten. Ferner werden bei beiden Geschlechtern Achsel- und Schamhaare rasiert.
Kleidung.
Die Kleidung besteht bei den Männern der Landbevölkerung meist nur aus einem Lendenschurz (Kikoi) und dem roten, quastenlosen Fez als Kopfbedeckung. Häufig, zumal bei Knaben, wird das Hüfttuch noch reduziert auf einen schmalen Stofflappen, der von einer um den Leib gebundenen Schnur ausgehend hinten zwischen den Beinen durchgezogen wird und vorn lose herabhängt. Die Frauen dieser Buschbevölkerung tragen als einzige Bekleidung ein blaues Tuch (Kaniki) umgeschlungen, das entweder nur den Körper von den Hüften abwärts bedeckt oder aber bis über die Brüste heraufreicht; es ist dies nach dem Alter und auch vielfach in verschiedenen Bezirken innerhalb eines Stammes verschieden. So sieht man bei den Warufiji die jungen Mädchen bis unter die Achseln bekleidet, während die Mütter den Oberkörper unbedeckt lassen; bei den Wasaramo kann man in dem einen Dorfe alle Frauen das Kaniki bis über die Brüste tragen sehen, während in einem anderen Bezirk nur ein Hüfttuch beim weiblichen Geschlecht im Gebrauch ist.
Die Kinder laufen bei der Landbevölkerung lange nackt herum.
Umfangreicher gestaltet sich die Toilette der wohlhabenden Stadtdame, der Swahilifrau (Taf. ai). Statt des unschönen blauen Kaniki trägt sie ein sogenanntes K a n ga um den Körper, d. i. ein mit bunten Mustern bedrucktes großes Baumwollentuch. Der Stoff wird über den Brüsten, unter den Armen durch, fest geschlungen und durch Unterstecken der beiden Endzipfel festgehalten; vorn ist das Tuch viermal übereinandergelegt, wodurch das naht- und haken- wie knopflose Gewand genügende Schrittweite erhält. Ein zweites gleiches Kanga wird derart über die Schulter geworfen, daß beide oder wenigstens ein Arm zum Hantieren frei bleiben; auch trägt man es wohl noch über den Kopf geschlagen, nur das Gesicht unbedeckt lassend. Auf dem Kopf trägt die vollständig geputzte Swahilidame turban- artig, doch phantastisch hoch aufgerichtet, die Kilemba, ein feines Tuch oder auch einen gröberen gefransten Stoff, zur Vervollständigung der Toilette.
l6 Werth, Deutsch-Ostafrika.
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