Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

''äfUji.

^ :: «tes

: -?l?

M

i:

Ji.i. V-

* 4 wis -:.'

ff: ;::

i.*

rcfitt":

0t>:

T...-

stellen beim Obergießen des Körpers, um die Füße nicht zu beschmutzen, da in der ganzen Hütte die bloße Erde den Fußboden bildet. Als Besen dienen den Küstenleuten die trockenen Blütenstände der Kokospalme.

Nach rückwärts schließt sich an die meisten Hütten ein mit einem hohen Zaun umgebener Hof an. Hier hält sich das Vieh auf, soweit es sich nicht auf der Straße oder unter der Veranda herumtreibt. Auch befindet sich hier oft die Abortanlage, die jedoch auch im Hause selbst angebracht sein kann (Grundriß Fig. 28).

Nahrung und Getränke.

Die Hauptnahrung der Küstenleute bildet der Hirse (Sorghum, Kisua­heli : Mtama). Durch Stoßen im Holzmörser und durch Schütteln auf flachen Körben werden die Körner von den Spelzen befreit, dann in der Regel erst zu Mehl gemahlen. Aus diesem werden sowohl kleine Brote gebacken, wie auch ein dicker, angenehm mundender Brei hergestellt. Dieser Brei (Ugalli) bildet die Grundlage der Mahlzeit; als Nebenspeise (Kitoweo) dient Fleisch oder Fisch. Reis wird in ungemahlenem Zustande gedämpft. Als Gemüse sind Gurken, Maniokblätter und anderes im Gebrauch, worüber näheres bei Beschreibung der Feldfrüchte der Negerbevölkerung zu ersehen ist. Das Fleisch der Ziegen ist das übliche und beliebteste. Im übrigen ist als Zukost an der Küste Fisch außerordentlich viel im Gebrauch.

Die Zubereitung und das Kochen der Speisen ist Sache der Weiber; gekocht wird in Thon- oder auch Metalltöpfen. Beim Aufträgen werden über die in Porzellantellern auf großen flachen Blechschüsseln befindlichen Speisen zum Schutz gegen Fliegen kegelförmige Mattengeflechte gestürzt. Zuerst essen die männlichen Bewohner, z. B. der Hausbesitzer mit den männlichen Kindern, darauf die Frau mit den weiblichen Kindern; die Speisen sind für beide Gruppen dieselben. Als Speisetisch dient eine auf dem Boden ausgebreitete Matte. Man führt die Speisen mit der rechten Hand zum Munde; diese ist rein (halal), während die linke zu allen wenig appetitlichen Handlungen dienend unrein (haram) ist.

Als Getränk ist zum Essen nur Wasser im Gebrauch. Sonst wird an der Küste auch ziemlich viel Kokospalmwein (Tembo) genossen. 1 Die »Brun­nen« der Eingeborenen sind meist nur so tief in den Boden gegraben, daß sich eben einiges Wasser in ihnen ansammelt. Sie neigen daher in der trockenen Zeit leicht zur Verschlammung und Versiegung. Wo der Bodenverhältnisse wegen eine tiefe Anlage nötig ist, dient die Frucht des Affenbrotbaumes überall als Brunneneimer; sie wird zu dem Zweck ausgehöhlt und im oberen Teil mit zwei viereckigen Öffnungen versehen.

1 Über diesen sowie Hirsebier (Pombe) siehe weiter unten.

23 7