Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

II. Die eingesessene Negerbevölkerung des ostafrikanischen Küstengebietes.

Haus und Siedelung.

D ie Hütten der Küstenneger sind von rechteckigem Grundriß und mit Giebeldach versehen (vergl. Fig. 27 29). Die Wände bestehen meist aus Stangenfachwerk mit Lehmausfüllung. Die mittelsten, längsten Stangen der Schmalwände tragen in Astgabeln an ihren oberen Enden den Dachlängsbalken. Von diesem ziehen sich nach beiden Seiten lange, dünne Stangen herunter, die, durch Querstangen verbunden, das Deckmaterial des Daches tragen. Dieses ist je nach dem in der Nähe des Dorfes vor­handenen Rohmaterial verschieden. Die charakteristische Dachbedeckung des Küstenlandes sind die sogenannten Makutti, das sind die Blätter der Kokospalme, deren Fiedern von der einen Blatthälfte auf die andere her­übergebogen und in deren Fiedern verflochten werden. Die derart zu­gerichteten Blätter werden dann dachziegelartig übereinander geschichtet und geben eine regensichere Bedeckung ab. Sonst werden Dumpalmen­wedel, Schilf oder Steppengräser zum Dachdecken benutzt. Als Rinnen, um Regenwasser vom Hüttendach aufzufangen und in ein Behältnis zu

Horn, R.: Siedelungsverhältnisse in Deutsch-Ostafrika. Diss. Heidelberg, Leipzig 1903. Krauß, H.: Die Wohnung des ostafrikanischen Küstennegers. Globus, Band XC1V, 1908, S. 380-382.

Werth, E.: Tumbatu, die Insel der Watumbatu. Globus, Bd. LXX1V, 1898. S. 169 173. Ankermann, B.: Kulturkreise und Kulturschichten in Afrika. Zeitschrift für Ethnologie, 1905, S. 54-90.

Wason, C.: East Africa and Uganda, London 1905.

Stuhlmann, F.: MitEmin Pascha ins Herz von Afrika. Deutsch-Ostafrika, Bd.l. Berlin 1894. Weule, K.: Wissenschaftliche Ergebnisse meiner ethnographischen Forschungsreise in den Süden Deutsch-Ostafrikas. Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten. Ergänzungs­band I, Berlin 1908.

Derselbe: Hegerleben in Ostafrika. Ergebnisse einer ethnologischen Forschungsreise. Leipzig 1908.

Burton, R. F- Sansibar. London 1872. Vol. 1 und 11.

Behr, H. F- von: Die Ruinen von Kilwa. Deutsches Kolonialblatt, 1892. S. 643645. Derselbe: Die Völker zwischen Ruftji und Rowuma. Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten. VI, 1893. S. 6987.

Meinecke, G.: Aus dem Lande der Swahili. 1.Teil. Berlin 1895. S. 17 144.

Eberstein, von: Über die Rechtsanschauungen der Küstenbewohner des Bezirkes Kilwa.

Mitt. a. d. D. Schutzgebieten, Bd. 9, 1896, S. 170 183.

Meyer, Hans: Das Deutsche Kolonial-Reich, 1, S. 9199.

Hennig, E.: Unsere schwarzen Landsleute im Lindi-Hinterlande (Deutsch-Ostafrika).

Naturwissenschaftliche Wochenschrift 1910, S. 321329.

Schweinfurth, G.: Handwerk und Industrie in Afrika. Petermanns Mitteilungen. Jahr­gang 1912. S. 27-28.

232