Küstengebiet im nördlichen Usegua bis gegen Sadani vorgedrungen. Noch im Anfang der achtziger jahre des vorigen Jahrhunderts haben auch die Sogonoi-Massai einen außerordentlich erfolgreichen Einfall in den nördlichsten Teil des deutschostafrikanischen Küstengebietes unternommen und aus sämtlichen Küstenorten zwischen Tanga und Wanga alles Vieh geraubt, trotz energischer Gegenwehr der Küstenbewohner. Da die ständigen Lager- und Weideplätze der verschiedenen Massaistämme jedoch weit im Hinterlande liegen und ihre Besuche an der Küste heute, nachdem diese Hirtenstämme durch die Viehseuchen ungeheuer viel an ihrer Macht eingebüßt haben, kaum noch Vorkommen dürften, so können wir das hamitische Bevölkerungselemeut für unser Gebiet füglich übergehen.
DieWadigo und Wassegeju.
Den Urbantu oder Grundbantu werden die metamorphischen Bantu, auch Jüngere Bantu genannt, gegenübergestellt. Diese zeigen eine physische wie kulturelle Beeinflussung durch den eben betrachteten, von Norden her eingetriebenen hamitischen Völkerkeil der Massai und Verwandten. Es gehören hierher die Volksstämme und Stammestrümmer des großen abflußlosen Gebietes im Norden der Kolonie, südöstlich vom Viktoria-See, die Wadschagga, Wapare, Wagogo, Wairangi, Wan ja tu ru, Wambugwe, Wairamba, Wakaguru u. a., von denen die Wadigo und Wassegeju im Küsten- und unmittelbaren Küstenhinterland nördlich vom Pangani für uns von Wichtigkeit sind.
Die Wadigo sind erst vor zirka 500 Jahren aus dem Norden eingewandert, sie überschritten den Umba, verdrängten die dort wohnenden Wabondei und besiedelten das heute von ihnen eingenommene Gebiet. Von dem Dorfe Gesa, nahe Mtangata an der gleichnamigen Bucht (südlich Tanga), im Süden bis zum Umba im Norden und Daluni im Westen bewohnen sie das Vorland vor dem Gebirge und der nördlich davon gelegenen Nyika-Steppe. Obwohl ihre Wohnsitze bis nahe an die Küste sich ausdehnen, besitzen sie jedoch kein Dorf an der Küste selbst. Die Wadigo sind schlanke, wohlgebaute, braunhäutige Menschen mit ovalen, nicht übermäßig negerhaften Gesichtern, in denen ein hamitischer Zug erkennbar ist. Sie wohnen in rechteckigen Hütten.
Die Wassegeju wohnen an der Küste in einem kleinen Gebiete zwischen Tanga und Gasi, in einigen Siedelungen südlich von Tanga und in Buiti an der Nordostecke des Usambaragebirges. Sie trennen sich in zwei Gruppen: die Makamadi, deren Hauptortschaften Gomani, Muoa, Pongwe (nördlich von Wanga), Ndumi und Mwambani sind, und die Waboma mit den Dörfern Mansa, Borna, Kichalikani,
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