Thespesia populnea und Hibiscus tiliaceus, deren kleine Samen auch eine gelegentliche Verschleppung durch Vögel nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen, kommen fast überall an den tropischen Küsten vor. Ter- minalia aber, dessen relativ große Schwimmfrüchte nur durch Meeresströmungen fortgeschafft werden können, zeigen ein dementsprechendes Verbreitungsgebiet, das von Ost-Afrika bis Neu-Guinea bezw. Australien reicht.
Der lnselbusch.
Allgemeiner Charakter. Eine dichte, von den Eingeborenen Situ genannte Buschvegetation bedecktden überaus steinigen Boden der kleinen, von rezentemKorallenkalk aufgebauten Inseln und Halbinseln (Taf.9 unten), sowie das Korallenkalkland der drei großen Inseln. Das immergrüne Gesträuch dieser daher als »Inselbusch« zu beseichnendenFormation, das nur von wenigen Schlinggewächsen durchwuchert wird, wurzelt wie eingegossen in dem rauhen scharfkantigen Korallenkalke, ln den Vertiefungen und Spalten des letzteren hat sich nur eine geringe Menge eines dunkelbraunen Humus angesammelt, so daß man kaum begreift, woher die Pflanzen den nötigen Boden nehmen. Nichtsdestoweniger ist der Busch an vielen Stellen übermäßig dicht, so daß beim Passieren der schmalen, ohnedies so beschwerlichen Steinpfade den Trägern die von ihnen auf dem Kopfe getragenen Lasten fortwährend festgehalten und häufig abgeworfen werden. Gras- und Krautvegetation fehlt diesem Buschgehölz fast vollständig, und es tritt unter dem Gesträuch überall das nackte Gestein zu Tage. Nur an einzelnen lichteren Stellen sprossen gelegentlich einige kleine Cyperaceen, so namentlich die tropisch-kosmopolitische Kyllingia monocephala hervor, ln größerer Menge tritt stellenweise auch die Sterculiacee Melhania angustifolia, eine etwa meterhohe weißfilzige Pflanze, auf. Ebenso breitet sich der für die Buschsteppen- Formation mancher Bezirke so charakteristische Adlerfarn Pteridium aquilimum var. lanuginosum auch an lichteren Stellen dieser Formation aus. Auch Sansevieria guineensis, ein Liliengewächs mit starren, schwertförmigen Blättern, tritt, oft gesellig wachsend, im lnselbusch auf. Doch sind diese Pflanzen durchaus von untergeordneter Bedeutung, und das typische Gepräge verleihen der Formation allein die mannigfachen Sträucher.
Die Composite Psiadia dodoneifolia, ein 2 — 4 ni hoher Strauch mit lanzettlichen Blättern und gelben Blütenkörbchen, ist die hervorragendste Charakterpflanze der Formation. Sie tritt überall massenhaft in ihr auf und beherrscht vielerorts fast ausschließlich das Terrain. Die durch zierliche, doppelgefiederte Blätter (welche auffallend an diejenigen ge-
11 Werth, Deutsch-Ortafrika.
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