Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
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Beziehungen der Flora der Felsstrand - Formation Äqua- torial-Ostafrikas zu der der Nachbargebiete und anderer Län­der. Viele der die Fehstrandformation zusammensetzenden Pflanzen sind nicht dem Strandlande eigentümlich und gehören der afrikanischen Binnenflora an, so Euphorbia Tirucalli, Cissus quadrangularis und C. ro- tundifolia, Sanseviera Ehrenbergii und S. guineensis. Diese sind zumeist typische Gewächse der xerophilen Gehölze Ost-Afrikas und als solche geeignet, auch auf den salzhaltigen Standorten des Strandlandes zu gedeihen. Überseeische Verbreitung besitzt von den genannten nur Cissus quadrangularis (tropisches Afrika, ostafrikanische Inseln, Arabien, Ost­indien, Malesien), die übrigen sind auf Afrika, mit Einschluß Arabiens bei Cissus rotundifolia und den Sanseviera-Arten, beschränkt. Überhaupt ist der Mangel an überseeischen Vertretern eine bemerkenswerte Eigen­tümlichkeit der Felsstrand-Formation gegenüber der Mangrowe- und der Sandstrand-Formation. Pemphis acidula und Guettarda speciosa, welche allerdings auf dem Felsstrande weit mehr eine herrschende Stellung einnehmen als in anderen Strandformationen, sind neben Casuarina equisetifolia so ziemlich die einzigen typischen Strandpflanzen mit weiter geographischer Verbreitung, welche hier in Betracht kommen.

IV. Übergangs-Formationen.

Die Bracksumpf-Formation.

D iese setzt sich im wesentlichen aus Pflanzen zusammen, die den landeinwärts gelegenen Rand der Mangrowegehölze bilden, und schließt sich in den Talsenkungen unmittelbar an die Mangrowe an, während sie talaufwärts ebenso unmerklich in die Süßwassersumpf- Formation übergeht und somit eine Mittelstellung zwischen den Strand- und hydrophilen Binnen-Formationen einnimmt.

Die Bracksumpf-Formation zeigt in der typischen Ausbildung viele Ana­logien zu der von Schimper im tropischen Asien (und Australien) beob­achteten und von ihm Nipaformation genannten »Abart der Mangrowe«. Die für diese dort besonders charakteristische Palme Nipa fruticans wird in Ost-Afrika durch die ebenso massenhaft auftretende Mkindupalme (Phönix reclinata) ersetzt . 1 Daneben sind Chrysodium aureum (Acrostichum aureum) und Sporobolus virginicusin einer weichen, weniger stacheligen Form für diese Unterformation in erster Linie charak­teristisch. Die Bracksumpf-Formation fand ich auf Sansibar in eigenartiger

1 Nach Kurz (Veg. of Pegu) scheint in Hinterindien auch der der Phönix reclinata Jacq. nahe­stehenden Phönix paludosa Roxb. ein Hauptanteil an der Bildung der der Nipaformation dort entsprechenden Vegetationsform zuzukommen.

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