Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
156
Einzelbild herunterladen
 

folia, Triainolepis Hildebrandtii, Mimusops fruticosa, sind nur aus dem Küstengebiete Ost-Afrikas, die beiden letzten außerdem auch von den ostafrikanischen Inseln, bekannt und scheinen weiter im Innern des Kon­tinentes zu fehlen. Macphersonia madagascariensis ist an der deutsch­ostafrikanischen Küste, auf Sansibar und Madagaskar angetroffen worden. Tropisch afrikanische oder ostafrikanische Binnenformen sind: Maerua nervosa, Acridocarpus sansibaricus, Euphorbia Tirucalli u. a. Asparagus falcatus findet sich in Ostafrika und Ceylon, Flagellaria indica dehnt ihr Verbreitungsgebiet über das tropische Afrika, Asien und Australien aus.

Felsstrand-Formation.

Allgemeiner Charakter der Felsstrand-Formation. Eine Pflanzen­genossenschaft, die sich den beiden vorgenannten Strandformationen durch die große Beständigkeit ihrer Hauptvertreter gleichstellt, krönt in meist schmalem Gürtel den Steilabsturz der von der Brandung unterwaschenen Kalkfelsen. Wo die Küstenverminderung sich in erheb­lichem Maße geltend macht, findet sie sich nur spärlich und unbe­ständig, und die jeweilige Binnenformation reicht ziemlich bis an die See heran. Wo aber, durch lokale Strömungsverhältnisse bedingt, die positive Strandverschiebung weniger schnell fortschreitet oder, was namentlich für die kleinen Korallenkalkinseln gilt, die Binnenformationen von vornherein nur geringe Ausbildung zeigen, tritt die Felsstrand- Formation vollständig in ihr Recht und bildet häufig den für die kleinen Eilande so charakteristischen Euphorbienmischbusch.

Die auffallendste Pflanze dieser Formation ist eine Kandelaber- Euphorbie, Euphorbia Bussei (Taf. 17 links), von den Eingeborenen Ngofu genannt, mit in weitem Bogen aufsteigenden Ästen und Zweigen, ln der jugend fast vom Grunde an verzweigt, trägt sie später auf 1 bis 2 Meter hohem geradem Stamme eine unregelmäßige aus den ineinander geschlungenen Verzweigungen bestehende Krone.

Eine zweite kaktusartige Euphorbie, Euphorbia Tirucalli, von den Eingeborenen Mtupa genannt, hat meist strauchige Form und drehrunde, grüne, fleischige Verzweigungen, die dichte Büsche auf der Höhe des Steilabstuzes der Korallenkalkfelsen bilden.

Eine hervorragende Rolle spielen in dieser Formation auch Pemphis acidula, ein Lythraceenstrauch, den wir schon in den beiden vorigen Strandformationen kennen lernten, und Guettarda speciosa. Auch Grewia glandulosa und Casuarina equisetifolia kommen auf dem Felsstrande vor.

An sonnigen Stellen des Felsens wächst nicht selten ein Körbchenblütler,

156