Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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Afrika nur in Vorderindien und in dem Malayischen Archipel ge­funden ist.

Die dritte Gruppe der Mangrowepflanzen wird von solchen Arten zusammengesetzt, welche fast ganz oberhalb der Flutgrenze auftreten und die Formation nach dem Lande zu abgrenzen. Besonders charakte­ristisch ist für diese Zone der stattliche Farn Chrysodium aureum, der dank seiner leicht verschleppbaren Sporen über alle Tropenländer ver­breitet ist und überall im Anschluß an die Mangrowe auftritt.

Die Sandstrand- und Strandbusch-Formation.

Allgemeiner Charakter. Auf dem meist schmalen Streifen sandigen Bodens, der oberhalb der gewöhnlichen Flutgrenze lange Strecken der ostafrikanischen Küste bildet oder sich als Barre vor Buchten und Fluß­mündungen schiebt, ist eine Flora entwickelt, die sich in ähnlicher Zu­sammensetzung auch an anderen tropischen Küsten wiederfindet. Die Strandwinde, Ipomoea pes caprae, ist die wichtigste Charakterpflanze dieser Formation. Mit niederliegenden, mehrere Meter langen, weithin kriechenden bewurzelten Zweigen, welche fleischige Blätter und große trichterförmige, violette Blüten tragen, überzieht die Pflanze wie ein Netz große Flächen des meist flachen Sandstrandes (Taf. 9 oben) und ist so vor­züglich geeignet, sich auf dem lockeren, von Wind und Wogen bewegten Boden zu behaupten. Ein gleiches für diese Formation so typisches Ge­präge zeigen auch die meisten übrigen Mitglieder derselben, so der der Ipomoea im Habitus dadurch sehr ähnelnde Hülsenfrüchtler Canavalia ensiformis, mit großen dreiteiligen Blättern und violetten Blüten, und Pretrea zanguebarica, eine Pedaliacee mit fiederförmig gelappten, reifgrünen Blättern, deren rosafarbene Blüten an diejenigen unseres Fingerhutes erinnern; ferner Tribulus terrestris, eine Zygophyllacee mit gefiederten Blättern und ansehnlichen gelben Blüten. Auch das harte stachelige Gras Sporobolus virginicus und das Halbgras Cyperus maritimus treiben lange, mehr oder weniger unterirdische Ausläufer und gehören beide zu den in größter Menge auftretenden Pflanzen des Sand­strandes.

Dann schließen sich auch einige strauchige Pflanzenformen hier an, so vor allem Scaevola Lobelia, eine Goodeniacee, welche in ausgedehnten Beständen den Strand überzieht, und die weniger häufige, mehrere Meter hohe Scaevola Koenigii. Ein gleiches krummholzartiges Gepräge wie diese Arten hat auch Tournefortta argentea, ein Boraginaceenstrauch. Auch Hibiscus tiliaceus zeigt in seinem vereinzelten Vorkommen in dieser Formation zumeist den gleichen halb niederliegenden Wuchs.

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