Ost- und Südost bei gleichzeitig mäßiger Geschwindigkeit des Windes begünstigt die Regenbildung.
Regenzeiten.
Die Regenzeiten sind keine Perioden ununterbrochenen oder fast fortdauernden Regenfalles. Es gibt vielmehr in diesen Zeiten nur wenige Tage, an denen es nicht mindestens etwas regnet, und an manchen Tagen gibt es reichliche Niederschlagsmengen. Die Regen sind meist heftig und die einzelnen Güsse [kurz und stark; die bei uns sogenannten langandauernden, relativ wenig ergiebigen Landregen sind selten. Die meisten Regen sind Nachtregen, tagsüber sind sie am häufigsten um Mittag. Die heftigen Güsse kommen nur zum Teil der Vegetation zugute, da zuviel der auf einmal niedergehenden Wassermassen oberflächlich abfließt, selbst in ziemlich stark bewachsenem Gelände. Die tägliche Menge kann unter Umständen gewaltig sein; so fielen nach Maurer in Tanga (Nov. 1896) an einem Tage 200 mm Regen, d. i. beispielsweise mehr als der vierte Teil der jährlichen Regenmenge Hamburgs (726 mm). Größer noch waren die Regenmengen, die in Mikindani am 9. und 10. Dezember 1903 niedergingen, nämlich 206,5 und 293,5 nun, welch letztere Summe etwa gleich einem Drittel der ganzen Jahresmenge dieses Ortes ist.
Die gewaltigen, in kurzer Zeit niedergehenden Regenmengen können der Vegetation durch Fortspülung von Erdreich schädlich werden. Sie führen leicht zu großen Überschwemmungen, die, im Unterlauf der großen Flüsse periodisch wiederkehrend, große Strecken Landes bedecken und hier die Bedingungen für eine besondere, scharf umgrenzte Vegetationsformation schaffen . 1
Nachdem im vorhergehenden Tanga, Daressalam und Lindi als Beispiele eines nördlichen, mittleren und südlichen Küstenortes schon wiederholt mit Einzelangaben bedacht worden sind, seien solche auch noch für einige weitere Küstenorte gegeben, ln Pangani dauert die große Regenzeit durchschnittlich von Mitte März bis Ende Mai, der Hauptmonat der kleinen Regenzeit ist der November, während die dritte (kleinste) Regenzeit in den Juli fällt. Pangani zeigt hiermit noch dieselbe Regenver- eilung wie Tanga, wogegen in Sadani, dem am wenigsten regenreichen Küstenplatz zwischen der Nordgrenze unserer Kolonie und der Hauptstadt Daressalam, diese dritte Regenzeit fehlt. Die kleine Regenzeit nimmt in Sadani, gleich den Verhältnissen in Daressalam, bald mehr den November bald mehr den Dezember ein . 2
1 Vergleiche Kapitel Vegetation.
2 Uhlig,C.: Regenbeobachtungen aus Deutsch-Ostafrika. Teil 11 , 111 , IV. Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten. Bd. 19. 1906. S. 164— 180, 274 — 290, 305 — 335.