Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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11. Kapitel.

DAS KLIMA

des deutschostafrikanischen Küstenlandes und der vorgelagerten Inseln.

1. Einleitung.

Meteorologische Stationen.

U nter Klima versteht man »den mittleren Zustand und gewöhn­lichen Verlauf der Witterung« (Koppen: Klimalehre). Zur Feststellung des Klimas in einem Lande bedarf es also der längeren Beobachtung der Witterung in ihren einzelnen Teilerscheinun­gen, d. h. umfangreicher meteorologischer Aufzeichnungen. Die ältesten derartigen Aufzeichnungen liegen aus unserem Gebiete von der Insel S a n s i b a r vor, wo schon im )ahre 1850 Messungen der meteorologischen Elemente angestellt wurden (Journal of the R. Geogr. Society XX 1 U S. 109 ff. 1 )- Im jahre 1859 sind dann von dem englischen Arzt Dr. Frost meteorologische Beobachtungen in Sansibar gemacht worden (publiziert in von der Decken's Reisen, Band 111 , 5. Abteilung). Dann folgen die Auf­zeichnungen von E. Seward vom Juni 1865 bis September 1865 und von 1868, von O. Kersten teilweise im von der Deckensehen Reisewerke mitgeteilt. Etwa seit dem Anfang der 80er jahre des vorigen jahrhunderts scheinen dann in Sansibar regelmäßige Aufzeichnungen der meteorolo­gischen Elemente gemacht worden zu sein. Die Beobachtungsstation liegt wohl bei allen Aufnahmen in der Stadt selbst, in unmittelbarer Meeresnähe; doch sind aus den Jahren 1899 und 1901 bis 1913 auch Be­obachtungen von D u n g a im Innern der Insel in ca. 50 Meter Meeres­höhe vorhanden.

Von der Insel Pemba, um das hier gleich anzuschließen, liegen, soweit ich ersehen konnte, regelmäßige Beobachtungen seit 1899 vor, die von der Missionsstation Banani (15 Meter über dem Meeresspiegel) ange­stellt werden.

An der deutsch-ostafrikanischen Küste sind etwa seit dem Anfang der 90 er jahre des vorigen Jahrhunderts regelmäßige meteorologische Auf­zeichnungen gemacht worden. Es liegen von den einzelnen Stationen jedoch sehr ungleichwertige und vielfach w enig geschlossene Beobach-

1 Siehe auch Zeitschrift der österr. Ges. f. Meteorologie, VII, 1872, S. 225 226.

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