Nach der Verteilung der Niederschläge zerfällt die phreatische Provinz wieder in verschiedene Unterprovinzen. Fallen erstere durch das ganze Jahr hindurch ziemlich gleichmäßig, so behalten die Flüsse im Laufe des Jahres ziemlich gleichbleibende Wasserstände. Findet dagegen ein deutlicher Wechsel von Regen- und Trockenzeiten statt, so resultieren für die Flüsse ausgesprochene Hoch- und Niederwasserzeiten bezw. anstelle der letzteren Zeiten ziemlich trockene Flußbetten. Diese Gebiete, die im Laufe des Jahres einen regelmäßigen Wechsel von ariden und humiden Zuständen zeigen, sind als semi-humide Provinz zusammenzufassen. Sie läßt sich wieder in eine subtropische, eine Monsun- und eine tropische Unterprovinz trennen, ln der tropischen Unterprovinz, zu der der südliche Teil unseres Küstengebietes zu rechnen wäre, umfaßt die Regenzeit die höchsten Sonnenstände, und die höchste Temperatur geht ihr voraus, während in der den nördlichen Küstenteil umfassenden Monsunprovinz die höchste Temperatur in die kleinere Senkung zwischen den höchsten Sonnenständen (höchster Sonnenstand) fällt und es zur Entwicklung einer ausgesprochen kühlen Jahreszeit kommen kann (in der tieferen Senkung zwischen den höchsten Sonnenständen).
Neben der soeben betrachteten horizontalen Teilung in verschiedene Klimatypen ist auch die Gliederung in vertikale Klimazonen für unsere Kolonie von Wichtigkeit, zumal sie nicht nur die höchste Erhebung des Kontinents einschließt, sondern vor allem auch sehr ausgedehnte Hochplateauländer von etwa 1200 Meter mittlerer Höhe umfaßt. 1 Innerhalb dieser vertikalen Klimagliederung Deutschostafrikas bildet das engere Küstengebiet eine eigene, selbständige Zone. Diese warme und mäßig feuchte Küstenzone, die das ganze Terrassenland einschließen und etwa bis ioo oder 150 Meter Meereshöhe reichen mag, ist durch hohe Luftfeuchtigkeit, mäßige Niederschläge und durch die Nähe des Meeres gleichmäßig gemilderte Temperatur ausgezeichnet. Die mittlere Temperatur des Jahres liegt um 25 0 bis 26°, die jährliche Schwankung beträgt im Norden 7 0 bis 8°, im Süden ii°. Die täglichen Temperaturschwankungen der extremen Monate machen im nördlichen Küstenstrich 6° bis 9 0 und im südlichen 11 0 bis 12 0 aus.
Gesundheitliche Verhältnisse.
Der relativ wie absolut hohe Wasserdampfgehalt der Luft, wie er namentlich unser Küstenland auszeichnet, ist von unangenehmem Einfluß auf den menschlichen Körper. Er verursacht das Gefühl der erschlaffenden, erdrückenden Schwüle. Er hemmt die für das Wohlbefinden des Menschen
1 Hans Meyer, Kolonialreich, Bd. i, S. 43. 7 Werth, Deutsch-Ostafrika.
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