Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1915)
Entstehung
Seite
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schlage ein, die an der ganzen Küste unseres Gebietes eine Regenzeit hervorrufen. Die zunehmende Bewölkung drückt die Temperatur­schwankung noch mehr herab.

Der Beginn der Regenzeit fällt im nördlichen Teil der Küste bereits in das Ende Oktober, im südlichen erst in den Dezember. Um diese Zeit hört sie im Norden schon wieder auf, und der an den asiatischen Nord­monsun angeschlossene Nordostwind weht hier Tag und Nacht hindurch. Diese gleichmäßige, kräftige Luftströmung veranlaßt ebenso wenig Niederschläge wie der winterliche Südostpassat im südlichen Küstenteil. Die Temperaturen gehen immer höher, und die heißeste Zeit fällt damit im Norden gerade in die regenlosen Sommermonate. Weiter im Süden schwächt sich die Wirkung des asiatischen Nordostmonsuns mehr und mehr ab, es kommt hier zu wechselnden Windrichtungen, und aus dieser Unbeständigkeit resultiert die den ganzen Sommer über, vom Dezember bis in den April, andauernde Regenzeit an den Küstenorten des südlichen Teiles unserer Kolonie. Diese Regen bringen eine erhebliche Abkühlung hervor, und die heißeste Zeit des jahres fällt in den Vorsommer (Ende November bis Anfang Dezember), vor den Beginn der Regenzeit.

Wenn im Spätsommer die Sonne sich wieder nach Norden wendet, gewinnt der Südostpassat wieder an Gebiet, und aus seinem Kampfe mit dem Nordostmonsun geht die große Regenzeit des Nordens unserer Küste hervor, die vom März bis Mai dauert. Die Temperatur nimmt wieder ab, und die Luftfeuchtigkeit steigt, bis mit dem Vorherrschen des Südost­passats wieder die trockene und kühle Winterzeit einsetzt.

Klimatypen.

Das unter der Vorherrschaft des Südostpassats stehende Klima des südlichen deutsch-ostafrikanischen Küstengebietes wird als der Indische oder Passatklimatypus bezeichnet, während der Klimatypus des nördlichen Küstenstreifens als Monsunklima unterschieden wird. Das Passatklima ist also ausgezeichnet durch nur eine sommerliche Regen­zeit im fahre und durch die dieser unmittelbar vorhergehende heißeste jahresperiode, die also von Ende November bis Anfang Dezember währt. Der Südostpassat ist am kräftigsten beim nördlichen Stand der Sonne, von )uni bis August; er weht dann aus kühleren Gegenden höherer süd­licher Breiten in das wärmere Gebiet des südlichen Ostafrika hinein. Die dadurch erwärmte Luftströmung wird befähigt, mehr Wasserdampf auf­zunehmen, als sie im kalten Zustande mitgebracht hat, und gibt so wenig Veranlassung zu Niederschlägen. Es ist daher der südliche Winter dieser Gegenden nicht nur die kühlste, sondern auch die trockenste und win-

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