Vonvort.
Der „clnnklo Erdteil“ wird, wenn seine Erforschung in demselben raschen Tempo iortschreitet wie bisher, bald aufgehört haben, diesen Namen mit lieclit zu führen. Immer neue Expeditionen dringen von allen Reiten in das noclr unerforschte Innere ein, und immer kleiner werden die weissen Stellen auf unseren Karten, welche jene Gegenden bezeichnen, die noch nie eines Europäers Fuss betreten hat. Bevor das Jahrhundert zu Ende geht, wird zweifellos der noch unerforschte Teil Afrikas kleiner sein als jener von .Amerika und Australien.
Grossartiges bereitet sich in dem so lange vernachlässigten Erdteil vor, der wohl auf Jahrhunderte hinaus dem Entwickelungsgang der Menschheit seinen Stempel aufdrückon wird. Ahm der Erschliessung Afrikas werden spätere Geschlechter ebenso einen neuen Zeitabschnitt datieren, wie wir von der Entdeckung Amerikas, denn d e Rückwirkungen derselben auf Europa werden nicht geringer sein als jene der grossen Entdeckungen des 1;,). Jahrhunderts. Wir sind bereits mitten" dnn 'il'ir'Sti’bTTr^der Umwälzungen, welche Afrika in unseren politischen, in- unsereii-'.kömiiierzieilen und sozialen Verhältnissen hervorzubringen berufen ist. Die völlig neue Gruppierung der Mächte, das Erwachen des Kontinents, der so lange dem Egoismus Englands ohnmächtig gegenüberstand — die gewaltige, durch alle Länder Europas gehende Kolonialbewegung, die dem Wettstreit der Völker ein neues Feld eröffnet und all die alten „Fragen“, welche Europa bisher bewegt, in den Hintergrund drängt, und die auch das Farteiwesen völlig umzugestalten und neue Interessengruppen an die Stelle der alten setzen zu wollen scheint — das alles sind schon Folgen der Einwirkungen des neu aufgegangenen Gestirns, welches Europa unwiderstehlich als Trabanten in seine Bahn hineinzieht. Der gewaltige Flügelschlag einer neuen Zeit umrauscht uns, und eine dunkle Ahnung grosser Ereignisse durchzittert die AVelt . . .