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zeitig beeinflußt und in die richtigen Bahnen gelenkt, andererseits dienen diese Versuche zur Kontrolle der auf den Versuchsstationen auszuführenden größeren Arbeiten. ,,■
Zurzeit bestehen europäische Pflanzungs-Unternehmungen für Baumwollbau im Schutzgebiet noch nicht. Der Anbau von Baumwolle ist lediglich Eingeborenenkultur. Es wird noch der Tätigkeit von Wanderlehrern bedürfen, um mehr Eifer und Verständnis für den Baumwollbau bei den Eingeborenen zu wecken. Die Schule in Kuti läßt sich bereits die Ausbildung solcher (farbiger) Lehrkräfte angelegen sein. In Adauma werden voraussichtlich von 1914 an weiße Beamte der Versuchsstation Pittoa als Wanderlehrer verwendet werden.
Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee plant die Vorbereitung eines Baumwollaufkaufs in Adamaua.
Anhang.
Bericht des landwirtschaftlichen Sachverständigen Dr. Wolff über den Baumwollbau in Nord-Nigerien.
Vorbemerkung. Wie bekannt, hat in der Kolonie Nord-Nigerien der Baumwollbau in den letzten Jahren einen besonders erfreulichen Aufschwung genommen. Hierbei war die Erschließung des Landes durch Eisenbahnen von ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Um so mehr erschien es erwünscht, über die, unter Einfluß jenes bestimmenden Faktors erfolgte Gestaltung der dortigen Produktionsverhältnisse eingehender unterrichtet zu werden, zumal die sonstigen Vorbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion Nord-Nigeriens denen Adamauas in vieler Hinsicht sehr ähnlich, in mancher sogar analog sind. Speziell für den Baumwollbau ließ sich daher erwarten, daß eine nähere Erkundung wertvolle Anhaltspunkte für die Beurteilung der Produktionsmöglichkeiten Adamauas und für weitere Maßnahmen des Gouvernements von Kamerun in dieser Landschaft bieten würden.
Im Frühjahr 1913 wurde der Leiter der Versuchsstation Pittoa, Dr. Wolff, vom Gouverneur mit einer Bereisung Nord-Nigeriens, insbesondere des Wirtschaftsgebietes der Kano-Bahn, beauftragt-, Die