bezirke Bamenda, Banjo, Adamaua, ein Teil der Tschadseeländer und endlich Tikar zur Feststellung der derzeitigen Anbauverhältnisse und zur Prüfung ihrer Eignung für die Baumwollkultur sowie für deren etwaige Erweiterung erkundet. Die Erkundungen erstreckten sich u. a. auf Boden und Klima, auf die Bevölkerungsdichte, die allgemeine Betätigung der einzelnen Stämme im Ackerbau, Art und Ausdehnung der Wirtschaftsbetriebe, auf die Stellung des Baumwollbaues in letzteren und auf die Aufnahmefähigkeit der eingeborenen Machthaber und der Bevölkerung für den Baumwollbau im besonderen.
Auf Grund dieser Erkundungen wurden im Jahre 1912 die landwirtschaftlichen Versuchsstationen Kuti bei Fumban (Bamum) und Pittoa bei Garua (Adamaua) begründet, und die Versuchsarbeiten mit besonderer Berücksichtigung des Baumwollbaues auf ihnen begonnen. Ausführliche Berichte über das Ergebnis der bisherigen Arbeiten sind in den folgenden Kapiteln niedergelegt worden.
B. Botanisches.
Auf Grund neuester Forschungen, insbesondere durch das von Dr. Simon eit und Dr. Wolff gesammelte Material, sind wir heute über die botanische Zugehörigkeit der im Schutzgebiet seit alter Zeit eingebürgerten Baumwollarten im wesentlichen unterrichtet 1 ). Es zeigt sich, daß alle die vier Arten, auf deren Kultur die Weltproduktion beruht, schon verhältnismäßig früh nach Kamerun Eingang gefunden haben. Und zwar wurden in Bamum gefunden die Sea-Island-Baumwolle (Gossypium barbadense), in Tikar und Wüte neben dieser noch die peruanische oder Nierenbaumwolle (G. peruvianum) und die Upland- baumwolle (G. hirsutum),. sowie verschiedene Bastardformen. Im Jaundebezirk kommt hauptsächlich Sea-Island vor.
In Nord-Kamerun liegen die Verhältnisse etwas anders. Außer Sea-Island- und Uplandbaumwolle hat Dr. Wolff dort auch die indische Baumwolle (G. herbaceum) und die in Afrika heimische, rotblühende Baumwollart, G. arboreum, festgestellt. Die peruanische Art ist bisher in Nord-Kamerun nicht angetroffen worden.
Man darf annehmen, daß die amerikanischen Arten — wie nach anderen Ländern am Golfe von Guinea — schon frühzeitig durch den
J ) Die wissenschaftlichen Bestimmungen des Materials sind durch die „Botanische Zentralstelle für die Kolonien" beim Königl. Botanischen Museum in Dahlem erfolgt (RKA.).