868
spielen. Daneben wirkten die Kaufleute ermutigend auf die Landwirtschaft der Araber und Neger, indem sie ihnen die exportfähigen Produkte abkauften, so Sesam, Erdnüsse, Nelken und Copra, auch Chillipfefifer u. a. m. Aber irgend wie neues haben sie nicht geschaffen, ich wüßte keine Pflanze oder Tier zu nennen, die durch die Tätigkeit der europäischen Kaufleute bei uns eingeführt wurden. Das sollte erst der neuen Ära Vorbehalten werden.
8, Die Jetztzeit.
Anfang 1884 wurde die »Gesellschaft für deutsche Kolonisation« gegründet, und im November desselben Jahres schloß Dr. Karl Peters mit einer Reihe von Dorfschulzen Verträge. Mag man über diese Akte sagen, was man will, das große Resultat von ihnen war der kaiserliche Schutzbrief über die Landschaften Useguha, Ukami, Usagara und Unguru vom 27. Februar 1885, und damit der Beginn der deutschen Herrschaft über unser jetziges Schutzgebiet von Deutsch- Ostafrika. Am 27. April desselben Jahres überreichte der neu ernannte deutsche Generalkonsul Gerhardt Rohlfs dem Sultan Seyid Bar gasch die deutsche Forderung, diesen Schutz anzuerkennen; dieser weigerte sich erst, sandte sogar Sir Lloyd Matthews, seinen Minister, nach dem Kilimandjaro, um auch dort Verträge abzuschließen. Im August aber wurde den deutschen Forderungen durch das Geschwader des Admirals Paschen und durch sein Ultimatum Nachdruck verliehen, und am 14. August erkannte der Sultan die Verträge an. Schon am 25. Mai 1885 hatte die englische Regierung der deutschen die Bildung einer englischen ostafrikanischen Gesellschaft angezeigt, und am 3. September 1888 erhielt Sir W. Mackin non eine königliche Charter auf Grund von Verträgen, die Harry Johnston im September 1884 in Taveta abgeschlossen hatte. Zur Feststellung der Grenzen des Sultansgebietes und dadurch auch des portugiesischen usw. wurde im Oktober 1885 eine Kommission ernannt, der die Herren Kitchner, Schmidt-Leda, Lemaine und Serpa Pinto angehörten; im Oktober-November 1886 ward über die Grenze ein Vertrag geschlossen, der in der Folge zwischen Deutschland und Portugal zu einigen Verwickelungen führte, die erst 1894 ihren endgiltigen Abschluß fanden.
Die jetzt »Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft« genannte Firma errichtete in Daressalam und Pangani mit Einwilligung des Sultans Niederlassungen, außerdem im Innern in Usagara, Useguha, Usaramo und am Kilimandjaro eine Anzahl Stationen, einerseits um ihre Herrschaft zu dokumentieren, andererseits um landwirtschaftliche Versuche zu machen. Und in diesem Bestreben folgte sehr bald die neugegründete »Deutsch-Ostafrikanische Plantagengesellschaft«, mit Tabakspflanzungen in Useguha (Lewa und Mbuzini) sowie in Zanzibar (Kibweni). Auch die hirma Wm. O’Swald & Co. begann 1886 in Zanzibar eine Tabakspflanzung.
Am 27. März 1888 war der Sultan Seyid Bar gasch gestorben; mit seinem Nachfolger, Seyid Chalife wurde am 18. April 1888 durch den Direktor der