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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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(nach Glaser wohl Emporium Omanorum = Ormuz oder Oman-Sohair-Maskat) Kirchen und Bistümer errichtet. Die politische Geschichte von Arabien dreht sich in diesen Jahrhunderten wie schon früher um den Wettstreit zwischen AbessinienRom und Persien, und dieser Streit ist bedingt durch den Wunsch, das reiche Handelsland Yemen (Saba-Himyar) und damit die Weihrauchhandels­straßen sowie den Indienhandel zu besitzen. Ostafrika wird dabei nicht in Frage gekommen sein, es hatte kein Interesse für den Handel, wenn man auch vielleicht von dort dann und wann Sklaven und Elfenbein bezogen haben wird. Vor allem ist in diesen Zeiten nirgend von einem Goldhandel an der Ostküste die Rede; Arabien und das Gebiet am oberen Nil gaben in alter Zeit offenbar genug Aus­beute von diesem Metall, um dem Bedarf zu genügen.

Beim Niedergang der Macht von Rom erhielten die Perser immer mehr Einfluß in Arabien, dessen wesentlichen Teil sie offenbar schon zur Zeit des Pe­riplus beherrschten. Der letzte Himyaren-König Du-Nuwas (490S 2 ST^ Chr.) war jüdischen Glaubens und hatte die Christen in seinem Tande bedrückt, die deshalb die christlichen Abessinier zur Hilfe gerufen hatten, welche nun, wie schon einmal früher (zwischen 325 u. 375?), Südarabien unter El-Esbaas, dem

Hellestenes des Procop, S 2 S n - Chr. eroberten. Der Urenkel von Du-

Nu was aber hatte die Hilfe des Perserkönigs Chosren angerufen gegen die

fremden Herrscher, bei Aden kam es zu einem Kampf in dem die Abessinier

aus Südarabien herausgeworfen wurden; und etwa seit 600 regierten in Yemen persische Gouverneure. Aber schon vorher (ca. 522) hatten die Perser die Nord­somaliküste besetzt; sie erbauten bei Berbera sogar eine Wasserleitung, deren Reste heute noch vorhanden sind.

Um diese Zeit scheint für Ostafrika eine Geschichtsperiode beendet zu sein, über die wir seit dem Peripius nichts sicheres wissen.

3. Die Zeit des Mittelalters,

Wenn auch schon früher in langen Zeiträumen Händler aus Südarabien die ostafrikanische Küste besucht hatten, so werden sie dort nichts anderes als Handelsagenturen errichtet haben, bei denen vielleicht auch einige wenige Ansiedler im Lande blieben und sich mit den Eingeborenen vermischten. Die Unruhen in Südarabien aber und das Vordringen der Perser dort scheinen ein­mal eine Auswanderung der hamitischen Bewohner aus Südarabien verursacht zu haben, wie wir dies, ebenfalls unter dem Einfluß des persischen Druckes schon bei der Wanderung der Abessinier aus Mahra und Hadramaut nach dem Bergland in Afrika ein bis zwei Hundert Jahre vor unserer Zeitrechnung ge­sehen haben. Die Semiten drängten schon lange im Laufe von Jahrhunderten in Arabien immer mehr von Norden nach Süden und sogen die Hamiten dort auf, deren reinste Reste wir noch heute in Mahra sehen. Viele der Hamiten aber werden auch über das Meer gewandert sein und im Süden des Roten Meeres, noch mehr an der Nordsomaliküste sich angesiedelt haben. Den