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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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Der Pfau ist in Indien heimisch. Alexander der Große fand ihn dort wild, die Phönizier brachten ihn in die Mittelmeerläncler, wo er heiliger Vogel der Hera wurde. In Zanzibar sind nur ganz wenige Exemplare davon beim Sultan gewesen, sonst habe ich nichts von ihnen gehört. Die Tiere haben ja in der Auslegung der salomonischen Ophir-Fahrten eine Rolle gespielt. Man hält das tukkijim der Bibel für den Pfau, viele Orientalisten glauben diesen Namen als Sanskrit gikhi, alttamulisch togei. wiederzufinden. Die Meinung einiger, daß das Wort Perlhühner oder Sklaven bedeute, scheint auch beachtenswert zu sein. Viel­leicht aber werden es Pfauen gewesen sein, die als Handelsware oder Kuriosität von Indien aus in die Handelskolonien am Perser Golf kamen.

Der Graupapagei kommt in Westafrika und nach Osten bis zum Tan­ganika, Uganda und Bukoba vor. Vielfach bringt man gezähmte mit zur Küste, wo sie teuer verkauft werden (2040 Rup). Diese Vögel von den Seen sollen angeblich besser sprechen lernen als die von Westafrika; eigentliche Haustiere sind es aber nicht. Der Swahili nennt das Tier kassukti.

Reisvögel (Sp e rme stis orycivora) sind ca. 1827 von einem Kapitän Ward von Java nach Zanzibar gebracht und dort heute verwildert, an der Küste scheinen sie nicht vorzukommen. (Burton.)