Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
Seite
760
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II. Hausvögel.

1. Anas (Cairina) moschata Flem.

Wenn man in Ostafrika Enten hat, so handelt es sich mit wenigen Aus­nahmen immer um die Moschusente, die man auch fälschlich türkische Ente nennt, obgleich es mit Sicherheit ein in Amerika vor Ankunft der Europäer domestizierter und von dort verbreiteter Vogel ist. Er bewohnt ursprünglich Südamerika von Brasilien bis Paraguay. Es ist die recht große Ente mit dem roten Warzenhof um das Auge, deren Urform schwarzgrün mit einigen weißen Flügelfedern ist, es kommen aber auch ganz weiße und schwarze sowie braune vor. Die Tiere sind besonders für uns geeignet, weil sie sehr anspruchslos in Bezug auf Wasser sind und deshalb auch in trockenen Ländern mit Erfolg ge­zogen werden können. Auch haben sie die angenehme Eigenschaft, nicht zu schnattern, nur die Männchen pfauchen etwas und sind sehr streitsüchtig. Die jungen Tiere sind zart und wohlschmeckend, die alten oft recht zäh.

Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Enten von den Portugiesen in der Welt verbreitet und wahrscheinlich auch von ihnen direkt nach Ostafrika gebracht wurden, wenn auch es möglich ist, daß sie auf dem Umweg über Mas­kat oder Indien zu uns kamen. Sie sind an der Küste bei uns überall zu finden, im Innern nur stellenweis an den Plätzen arabischer .oder europäischer Kolonien, oder doch von diesen stammend. In der Nähe der Küste findet man sie häu­figer bei den Eingeborenen. Auch in Westafrika, z. B. Togo findet man diese Moschusente.

Die Ente (auch die europäische) heißt bei den Swahili bata, und andere Stämme benennen sie ähnlich. Nun sagen eine Reihe von südosteuropäischen Völkern, sowie die Portugiesen und Spanier auch pata, bata. So Portugiesisch pato, pata, spanisch ebenso, albanesisch patz, bulgarisch patka. Schräder in Hehns Werk meint, daß dies Wort vielleicht asiatisch sei, (persisch bat. arabisch in Kairo batta), während die indogermanischen Benennungen mit dem Sanskritwort ati Zusammenhängen. Es ist also möglich, daß dies Wort bei den Negern von den Persern eingeführt ist, vielleicht zuerst für die europäische Ente,