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von Madagaskar. Wahrscheinlich kamen von dort oder Reunion die ersten Exemplare nach Zanzibar.
2. Columba livia domestica L.
Uie Haustaube stammt von der sehr weit von Europa bis tief nach Asien und Nordafrika verbreiteten Felsentaube ab, Columba livia L., deren erste Domestikation aller Wahrscheinlichkeit nach im semitischen Kulturkreis von Vorderasien stattfand, und zwar in sehr alter Zeit. Spielt sie doch schon in den Sind- flutsagen eine Rolle, die große Göttin Astoret—Astarte—Aphrodite—Venus hatte sie als heiligen Vogel, und ihre Verehrung findet sich heute noch bei Mohammedanern und Christen.
Es ist merkwürdig, daß die Taube nur so wenig in Ostafrika eingeführt wurde, wo sie doch in Persien, Ägypten usw. eine sehr große Rolle spielt. In Zanzibar kann man allerdings immer welche erhalten, ebenso an manchen Küstenorten, aber im Innern ist sie geradezu selten zu nennen. In Unyamwezi, wo man ihnen die Lindo-Rindenschachteln als Wohnungen gibt, ist - sie wohl sicher von Arabern eingeführt. Eine eigenartige Rolle spielten einmal die eben erst eingeführten Tauben in Lulua bei den »Baschilange« im südlichen Kongo- Gebiet, wo bei der Einführung der »Hanfrauchreligion« die Leute ihre früheren Lebensmittel verlassen mußten und nun als Fleisch nur die Taube hatten. Ob dies dort noch der Fall, weiß ich nicht. Wahrscheinlich nicht.
Die Eingeborenen an der Küste haben die Tauben sehr gerne, wohl durch mohammedanische Einflüsse bestimmt, und halten auch gerne Wildtauben, besonders die kleinen Turteltauben, teterc, in Mombas fukoa genannt, in Käfigen. Die Swahili nennen die Tauben njiwa, ndiwa, was sicher der Name für eine einheimische Taubenart ist, sie sagen auch njiwa ja mwitit, wilde Taube, und njiwa manga Maskat-Taube, d. h. die zahme. Nach dem Volksglauben ist also die Taube von den Maskatarabern eingeführt, und das mag wohl stimmen. Wurde sie doch wohl auch durch Mohammedaner in den Sudan gebracht, und Abessinien wird seine Tauben ebenfalls von Arabien oder Ägypten erhalten haben.
Der arabische Name für die Taube, — in Kairo hamämi genannt, — ist in Ostafrika ungebräuchlich. Auf Tigrinja sagt man r'ögdbi, bei den Saho gududulli.
Zu Beginn der ostafrikanischen Tätigkeit des Majors von W iss mann wurden Brieftauben eingeführt. Im Jahre 1889 wurden sie mit gutem Erfolg benützt, um Kriegsnachrichten von Expeditionen zur Küste zu bringen. Es hat sich dabei gezeigt, daß die Tiere einen Monat lang selbst auf Landreisen brauchbar blieben, und an ihren Ausgangspunkt zurückfanden. Später ist dann diese Art von Depeschenförderung nicht mehr benützt worden.
3. Gallus domesticus Briss.
Ivs herrscht heute wohl kaum noch ein Zweifel, daß unser Haushuhn nur von einer einzigen wilden Vogelart abstammt, und zwar von Gallus ferrugincus