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3. Nerium Oleander L.
Der Oleander wächst auf Zanzibar und in den Anlagen der Küste in verschiedenen Formen, — gefüllten, wohlriechenden, rosa und weißen Sorten — und blüht fast das ganze Jahr reichlich. Der Strauch ist im Mittelmeergebiet bis nach Syrien und vielleicht bis Persien heimisch, im Süden des Mittelmeers und in Spanien, Sizilien massenhaft wild. Nerion , rhododaphon , rhododendron ward er im Altertume genannt, von den Neugriechen pikrodaphne , in Italien oleandron, leandro. Merkwürdig ist, daß antike Namen vor Plinius für die Pflanze zu fehlen scheinen, doch ist En gl er davon überzeugt, daß sie im Mittelmeergebiet heimisch ist (Hehn S. 413).
Die Araber nennen den Strauch dcfla, difli, difla (wohl von daphne gebildet), sum-i-liimar (»Eselsgift«, ebenso wie heute noch in Süditalien amasza l’asino), die Tuareg elel, alili, die Perser habr, kar-sahrah, die Indier kaner, keinel, karabi kamira, gamira, die Kabylen hitia, in Sanskrit sveta pushpa , rakta pushpa, karavira (N. odoratum Lam.).
Die Pflanze ist sehr giftig. Der Milchsaft macht unauslöschliche Flecke auf Tischwäsche usw.
4. Nymphaea stellata Willd.
Die blaue Wasserrose oder Lotosblume ist bei uns in Ostafrika wohl die häufigste Art dieser Gattung, sie findet sich in Zanzibar und an der Küste fast in jedem Teich, ist von Ägypten an durch ganz Afrika bis Madagaskar und Südasien verbreitet. Die Swahili nennen sie niakula, yungi-yunge, ma’ungi-ungi. Fast^ebenso weit verbreitet ist N. Lotus L., die weiß, rosa oder rot blüht und deren ausgewachsene Blätter scharfbuchtig gezähnt sind. Die Var. Stuhl- manii Schwfrth. derselben Art mit schön gelben Blüten ist bisher nur einmal von mir in einem Tümpel bei Bibisande in der Gunda mkali, Unyamwezi, gefunden.
Die hellblauen Blüten unserer Lotosblume haben einen sehr feinen Duft, wohl einen der zartesten, den man bei Blüten findet. Die beiden Arten waren im alten Ägypten die heiligen Lotosblumen, die als Opfer dienten, mit denen man sich schmückte, zu deren Duftgenuß man sich einlud — wie heute bei uns zu einer Tasse Kaffee —, die man als Totenbeigabe massenhaft zu den Mumien legte. Aus den Samen machte man Brod, die Wurzeln wurden gegessen.
Schweinfurth gibt an, daß mit den Persern — also nach 525 v. Chr. — aus Asien noch die Nelumbium sp eciosum Willd. in Ägypten eingeführt wurde, welche die alte Nymphaea im Kultus verdrängt habe.
Die Wasserlilie heißt im alten Ägypten sessui, sessen, sessin, neheb-t, nehab, nest (Dragendorff).
Eine ähnliche Rolle spielt die Nelumbium- Wasserrose in Indien und der buddhistischen Welt. Sie ist von Persien durch Indien, Tibet, bis nach Japan