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Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
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XXII. Zierpflanzen.

1. Canna indica L.

Diese auch in Europa allgemein bekannte Zierpflanze, von der es zahlreiche Kreuzungen und Kulturformen gibt, wird vielerorts in Ostafrika gezogen. Bei den Europäeransiedlungen fehlt diese dankbar und mühelos zu behandelnde Pflanze wohl nirgends. Aber in Zanzibar und an vielen Punkten der Küste kommen meist nur die Naturformen mit fast stets roten kleinen Blüten und grünen Blättern seit recht langer Zeit vor, und zwar als Ziergewächse, aber be­sonders weil man aus den schwarzen runden Samen Perlschnüre herstellt. Die Leute nennen die Pflanze nach Sacleux mtasbihi, ein Wort, das offenbar von tusabi, tesbihi, tasbii, tesbihi = Rosenkranz kommt, da man die Kerne auch zur Herstellung von Rosenkränzen benützte.

In Usambara und am Kilimandjaro ist die Pflanze in Halbkultur oder halb­wild. In Usambara nennt man sie nach Holst satahili und benützt ihre Kerne als Perlen. In sehr großen Mengen sah ich sie 1891/2 im Semliki-Tal zu beiden Seiten des Flusses am Fuße des Ruwenzori-Berges. Sie stand dort in den Bananen­hainen mit Capsicum und einer stacheligen Solanee zusammen. Sie ist sonst noch aus dem Bahr-el-Gazal-Quellgebiet und aus Westafrika von Senegambien bis Angola bekannt (En gl ers Pflanzenwelt). Ich glaube, sie auch in Uganda gesehen zu haben. Es wäre recht interessant, zu wissen wie weit sie im Innern Afrikas ohne direkten Einfluß der Europäer vorkommt. Bei Wildemann (Flore du bas et moyen Congo. Ann. du Musee du Congo 1904) finde ich sie noch zwischen Tumba, Mani und Popokabaka, bei Eala erwähnt.

Die ganze Pflanzenfamilie der Cannaceac , die allerdings nur eine Gattung und wenige Arten hat, ist auf das tropische Amerika beschränkt (Petersen in den »Natürl. Pflanzenfamilien«). Somit ist auch anzunehmen, daß die bei uns an manchen Stellen anscheinend wild vorkommende Art hier nur verwildert ist und ursprünglich aus Amerika eingeführt wurde, von wo sie auch nach Europa schon