1570 in Kultur kam. Ich nehme an, daß sie zusammen mit Mais und Capsicum etc. durch die Sklaventransporte nach der Westküste eher als nach der Ostküste kam, und sich mit diesen Pflanzen zusammen ins Innere verbreitete, vielleicht eben ihrer Perlen-Kerne wegen. Auf welchem Verbreitungswege (von West oder Ost?) die von mir im Semlikital gefundenen Pflanzen dorthin gelangt sind, kann man nicht angeben, solange nicht festgestellt ist, ob sie auch im ganzen Kongogebiet von der Küste bis zu Semliki zu finden sind, wie ich beinahe annehmen möchte. An die Ostküste werden sie später zusammen mit allen möglichen anderen amerikanischen Kulturpflanzen gekommen sein. Wer sie aber hierher brachte ist nicht festzustellen. Vielleicht die Portugiesen, die sie auch wohl als Rosenkranzlieferanten geschätzt haben mögen, und die sie sicher in der ganzen Welt direkt oder indirekt verbreiteten. Auch in Indien kommt sie vor, aber scheinbar nur gebaut oder verwildert, wenngleich B a 1 fo u r sogar den Sanskritnamen silarumba dafür angibt. Es wird dies aber wohl ein neuer Sanskritname sein, oder eine Übertragung von der Benennung anderer Pflanzen auf Canna.
Aus dem Rhizom stellt man in anderen Ländern Stärke her, was in Ostafrika unbekannt ist.
2. jasminum Sambac Ait.
Die großbliitige indische Jasmin-Art wird in Zanzibar und an der Küste hier und da angepflanzt, besonders die Indier gebrauchen sie gerne als Schmuck bei ihren Festen. Sie ist in Indien einheimisch. Ob es sich aber vielleicht um J. officinale L. oder J. grayidiflorum L. handelt ist mir nicht bekannt. Die Sambac soll in Indien mostra, bei viogra usw. in Arabien saman, yasaman, wardi-abyas, in Tunis yäsinin, in Persien zambak, gule saued heißen, die J. offi- cinale in Indien chamba, samsem usw. Die J. grayidiflorum in Indien chameli, jati , chambeli. Nach Schweinfurth’s Ansicht ist dieser großblütige Jasmin erst in der Kalifenzeit in Ägypten eingeführt. In Tunis ist er eine der beliebtesten Zierblumen der so sehr blumenliebenden Farbigen; jeder trägt im Sommer einen Strauß davon hinter dem Ohr oder unter der Scheschiah. In Zanzibar nennt man die Pflanze 'yas-mini, und nach ihr und ihrem Wohlgeruch werden öfter Mädchennamen (asmini) gegeben. Bei den Tuareg heißt J.fruti- cans L. gur-mi, agourmi.
Jasminum Afu Gilg. ist eine wild in Ostafrika vorkommende kleinblütige aber schön duftende Art. Auch ihre Blüten sind bei den Arabern und arabisierten Negern beliebt, die sie afu, mwafu nennen, in Mombassa nach Sacleux mtanda-ufu.
Ich glaube kaum, daß sich in Ostafrika die Kultur der Arten zur Herstellung von ätherischen Ölen lohnen würde, die übrigens jetzt meistens synthetisch fabriziert werden.