Teil eines Werkes 
Bd. 10 (1909) Beiträge zur Kulturgeschichte von Ost-Afrika : allgemeine Betrachtungen und Studien über die Einführung und wirtschaftliche Bedeutung der Nutzpflanzen und Haustiere mit besonderer Berücksichtigung von Deutsch-Ostafrika / von Franz Stuhlmann
Entstehung
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Die Durchschnittspreise aller Mahagoni-Arten gegen frühere Jahre sind fast konstant gesunken. So kostete in Hamburg bei der Einfuhr der Doppelzentner, also wohl rund V10 cbm:

18511855

22,29

18611865

25,08

18661870

19,02

18711875

22,71

O

00

00

vo

00

20,32

18811885

19,04

18861890

19,54

18911895

16,70

18961900

15,76

19011905

13,48

Es ist dieser Preisrückgang weniger dem Umstand zuzuschreiben, daß dies Holz nicht so mehr Mode ist wie in der ersten Hälfte vorigen Jahrhunderts, wo seit der Empire-Zeit jedermann seine Mobilien daraus herstellen ließ, sondern vielmehr dadurch, daß große Mengen des billigeren, westafrikanischen Holzes auf den Markt gebracht wurden, das vor allem wohl von Lagos, dann auch von Togo und Kamerun kommt.

Leider ist der Baum in Deutsch-Ostafrika nicht so häufig, daß eine Aus­fuhr im großen möglich scheint. Das kleine Wäldchen in Mombo ist wohl der größte Bestand in erreichbarer Nähe, und hier sollten die schönen Riesenbäume als Naturdenkmal geschont werden; das Land ist zum Waldreserwat erklärt. Einige Bäume mußten bei dem Bahnbau fallen, und einige sind leider als Material zum Bau einer Brücke verwandt worden, die durch Benutzung dieses kostbaren, ex­portfähigen Materials recht teuer geworden ist. Es gibt dort Stämme von 1V22 Meter Durchmesser und 3040 Meter astlosem Schaft, die also ein ganzes Kapital repräsentieren. Da sie dicht an der Bahn stehen, kann man sie leicht ausführen. Ein großes Stück war für die Berliner Kolonialausstellung 190 7 gesandt, konnte dort aber seiner Größe wegen nicht Platz finden und kam ins kgl. botanische Museum nach Dahlem.

9. Melia Azedarach L.

ist ein Baum, der bei uns erst etwa seit 1896 allgemein eingeführt ist, zuerst scheinbar bei Lindi, dann von Daressalam aus allgemein. Ich glaube aber, daß schon vorher in Zanzibar einige Exemplare waren, ebenso wie die nahe ver­wandte M. azedarachta L. Unter dem Namen »indische Syringe«, Lilas des Indes, »persische Lilia«, »pride of Indien ist dieser Baum bekannt, der sehr rasch wächst und schon nach 1 1/ 2 Jahren seine Rispen violetter, fein nach Flieder-Syringen duftenden Blüten zeitigt. Zuerst macht der Baum auch eine schöne, dichte Krone, die jedoch später bald sparrig und sehr windbrüchig wird,