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»Nach der kleinen runden Bohne ward zuerst die Bleikugel, dann das Geschütz, aus welchen sie geworfen wurde, genannt«.
Und außerdem kam noch eine andere Namensverdrehung zustande. Die Haselnuß hieß karyon pontikon. aus dem pontikon machte man das aramäische pfunduk, das arabische pfunduq; dies Wort ward mit bunduk vermengt, und die Haselnuß erhielt den Namen btniduk. Und mit bunduqiyatun, banadiqatun be- zeichnete man auch eine venetianische Zechine (vielleicht von der Gestalt eines darauf abgebildeten Turmes, den man für eine Kanone hielt??); man nannte dann alle venetianischen Waren und Venedig selbst ebenso, daß einige das arabische bonduk von Venedig (Banadik) ableiten wollten, was auch möglich ist.
Nebenbei sei erwähnt, daß O p p e r t in der angegebenen Arbeit nachweist, daß die Indier schon in sehr alter Zeit, lange vor den Europäern, das Pulver gekannt hatten. Auch bei uns in Ostafrika heißt das Gewehr bunduki, bei einigen Leuten, die sich auf ihre arabischen Kenntnisse etwas einbilden, auch slah (»Waffe«) oder (auf türkisch) tefengk. In Ägypten nennt man das Gewehr meist nach dem Pulver barudi, und nicht wie sonst nach der Flintenkugel — Bon- ducellabohne bunduki. Als die Portugiesen hier ca. 1500 eintrafen, hatten die Einwohner von Kilwa bereits 4 Kanonen (bombardas in der Beschreibung von Mayr. Siehe Strandes, S. 92).
5 . Casuarina equisitifolia Forst.
Die Casuarinen sind an der Meeresküste von Ostafrika eine Charakterpflanze für die sandigen Stellen. Die feinen graugrünen, besenförmigen Zweige von der Tracht der Schachtelhalme lassen jeden Laien den Baum erkennen, aber die hier oft gehörte Meinung, es sei eine mit den Koniferen verwandte Pflanze ist ganz irrig. Sie gehört systematisch vielmehr in die Nähe der Walnußbäume und Weiden. Die Casuarinen haben ihre größte Ausbreitung in Australien, finden sich aber auch in Neu-Kaledonien, den Sunda-Inseln, im tropischen Asien, auf den Maskarenen, Madagaskar und in Ostafrika. Unsere spezielle Art ist in Ost-Australien, Neu-Kaledonien, Südasien bis Ostafrika verbreitet. Aber es ist auffällig, daß sie bei uns nur unmittelbar an der Meeresküste spontan vorkommt, wachsen tut sie wie andere Casuarinen-Arten auch im Gebirge ganz gut. Außerdem kann man bisweilen z. B. an der Nordspitze Zanzibars beobachten, wie sie viel häufiger an der Ostseite als an der Westseite steht. Es ist deshalb recht gut möglich, daß die Samen ursprünglich durch Strömungen, sowie wohl auch die der Cocos-Palme — und wie sicher der Bimstein — hierher getrieben ist. Die Swahili nennen den Baum mvindyi, mvindya , in Reunion heißt er filao. Das Holz der Casuarinen ist vorzüglich, von schöner Maserung.
6. Dalbergia melanoxylon G. et P.
ist ein kleiner Baum unserer Steppengegenden, der stellenweis recht häufig ist. Er hat einen hellen Splint und ein sehr dunkles, ungemein hartes Kernholz,
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